Buch 
Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
Seite
170
JPEG-Download
 

i 70

schleppten sie in ihre Gebirge^). Die Bauern vieler Herrschaften, theils aus Furchtund der Gewalt nachgebend, theils aus eigenem Antriebe, durch das Beispiel derAppenzcller aufgereizt und von ähnlichem Freiheitsschwindel ergriffen, schloffen sich,zum Verderben ihrer Herren, an den Bund der Appenzeller an. Zu diesen gehörtendie Wallgauer und Estnerberger, zu welchen sich den 14. September 1403 dieFeldkircher gesellten. Letztere belagerten ihren östreich. Landvogt Heinrich vonRamschwag auf der Burg zu Feldkirch und zwangen ihn, mit der Besatzung abzu-ziehen 2).

Nun zogen die Wallgauer, Estnerberger und Feldkircher, unterstützt von denAppmzellern und der Stadt St. Gallen, sowie einigen Haufen von Schwyzern rc.selbst in das Feld. Den ersten Zug nach der Abreise des Herzogs Friedrich unter-nahmen die Appenzeller ihrem Anführer, dem Gr. Rudolf von Werdenberg-Rhcin-egg zu lieb; sie erstürmten im Juli 1405 Altstetten im Rheinthal, fielen in Sar-gans, so Oestreich pfandweise besaß, ein und verbrannten das Städtchen diesesNamens. Aber auch ihre Verbündeten säumten sich nichts, Theil an dem Kampfeund der Beute zu nehmen. Den 29. Sept. 1405 zogen die Wallgauer aus undverbrannten die Festen Jagberg, Blumenegg, Ramschwag und dieVestin Bürg",die vom Estnerberg die Burg Schellenberg, die vom Rheintbal den 28. Oktobermit den Appmzellern den Thurn und die Burg bei Rheinegg, die Appenzcller undSt. Galler den 12. Nov. die Burg Grimmenstein, die dem Freih. v. Ende, östreich.Vogt, gehörte §), endlich die Feldkircher den 25. November die Feste Testers und

Z Im Ganzen sollen durch die Appenzeller von 1405 bis 1408 64 Städte und festeBurgen erobert, von letztem aber 30 zerstört worden sein.

2) Die Feldkircher Chronik schreibt hierüber:den 14. Sept. 1405 schwuren die vonVeldtkürch zum Bund. Im nemblichen Jahr erhueb sich zu Veldtkürch ain Mißhellnng,also daß die Burg (von östr. Söldnern besezt) und die Statt widerainander waren, daßweret wol 18 Wochen, und nammen also zue baiden feiten großen schaden, und hattendie von Veldtkürch zwo Blidan aufs dem Stain ob der Burg, die stetiglich groß Stainin die Burg wurffen, und wurden die auff der Burg zwangen, also daß sie die Burgauffgaben zue der Statt Handen und schwuren auch Riemandt darumb zue sahen, derdarzue gerathen oder geholffen hat. Die Hauptherrn auff der Burg waren: Heinrich Wal-ther von Ramschwag, Hans, Bogt von Zlantz, UU Seger von Mayenfelvt, Fritschli vonHowenflue, »nd ander Dienet wol 38."

2) Dieses und das folgende nach einem Ausznge aus einer geschriebenen Chronik derStadt Feldkirch.

4) Grimmenstein gehörte dem Frh. v. Ende oder Enne. Wilhelm von Ende gericthmit Herzog Rudolf von Oestreich in Streit. Des letztem Landvogt, Herzog Friedrich vonTek, eroberte Grimmcnstein für den Herzog Rudolf, welcher den Agnaten eine Abfindungs-summe ausbezahlte und die Burg behielt. Herz. Rudolfs Bruder, Herz. Leopold, ließ sich.