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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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den t>. Dez, die Feste Alimontfvrt. So endigte sich das Jahr 1403, welches denAltmonfortischen Besitzungen so verderblich, den Kriegsschauplatz den Besitzungendes Gr. Wilhelms (Brcgenz und Bregenzer Wald) immer näher brachte. HerzogFriedrich von Oestreich, um dieser Uebermacht der Feinde wo möglich einen Dammentgegenzusetzen und zu retten, was sich noch retten ließ, verpfändete die am meistengefährdeten Landestheile an solche, von welchen er glaubte, daß sie diese ihnen über-lassenen Psandschasten am besten zu vertheidigen oder die schon verlorenen wieder znerobern im Stande sein würden. Daher verpfändete Herzog Friedrich dem GrafenFriedrich von Toggeuburg die Graf- und Herrschaften Feldkirch, Sargans, Frru-deuberg, Nidberg, Wesen, Gastern und Wallenstadt^), dem Gr. Wilhelm vonMvntfort-Vregenz aber die Stadt, Feste und Grafschaft Kyburg, sowie diese seinSchwiegervater, Gr. Donat von Toggeuburg, schon früher inne gehabt hatte.Sowie dieses dem Gr. Wilhelm einerseits die Verpflichtung auferlegte, die Feindedes Herzogs Friedrich aus allen Kräften zu bekämpfen, so sehr reizte diese Verpfän-dung aber auch die Appenzeller und ihre Verbündeten gegen den Gr. Wilhelm auf.wozu noch kam, daß der Appenzeller Hauptmann, Gr. Rudolf von WerLenbcrg,ihm persönlich feind war, weil er zu seiner Vertreibung mitgewirkt hatte. BeideTheile rüsteten sich daher auf das folgende Jahr zu einem ernsten Kampfe. GrafWilhelm versammelte einen Heerhaufen, zu dem seine Freunde und Verbündeten,namentlich seine Vettern von Montfort-Tettnang, dann die Östreich. Vasallen undLehenleute sich gesellten ^). Mit diesen zog er gegen die Feldkircher und drang bisGözis vor) all»in letztere ließen den Landsturm ergehen, ihre Verbündeten, nament-lich die Appenzeller rc. mit Gr. Rudolf von Werdenberg eilten ihnen zu Hülfe) Gr.

lt. Urkunde, gegeben zu Matrai 30. Nov. 1368, durch die Fürbitte des Bischofs Johannvon Briren, der Gr. Johannes und Rudolf von Habsburg-Laufenbnrg, der Gr. Wilhelmund Heinrich von Montfort, Bruder Gr. Rudolfs von Feldkirch den Jungen, Gr. Hugovon Wcrdenberg rc. und andere bewegen, dem Wilhelm von Ende und dessen gleichnami-gem Sohne die Burg Grimmenstein, jedoch nur als ein östreich. Lehen, wieder zurückzu-geben. (St. Gallcr Archiv.)

i) S. Jld. v. Arr Geschichte des Kantons St. Gallen. II. Bd. S. 157.

?) Herz. Leopold schrieb den 30. Januar 1406 von Botzcn an die Marg. »nd Ulrichvon Embs, sie möchten im Vereine mit dem Gr. Wilhelm von Montfort-Bregcnz gegendie Stadt und Feste Feldkirch ihn, zu Hülfe kommen, Ferdinanden zu Jnspruck sowie Gr,Wilhelm den Herz. Friedrich und Leopold zu Konstanz den 17. März 1408 schriftlichgelobte, mit der Stadt Bregenz und seiner ganzen Macht ihnen zu helfen, da sie ihn zuihren, Rath und Diener angenommen, ihm 2400 Fl. baar bezahlt und den ihnen gehörige»Theil des Bregenzer Waldes auf Lebenszeit überlassen, auch den 18. d. M. ihm das DorfDornbüren eingeräumt hätten, jedoch mit dem, daß es ohne Ersatz nach seinem Tode wie-der au Oestreich zurückfalle. Lichnowsky, V, Bd. Reg, Z- 757.