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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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sowie noch später von dein Gr. Herrmann von Montfort, äst. Peckach am Erchtagnach St. Jakobstag, bestätigt *).

Anfangs April kam Kaiser Rupert selbst nach Konstanz, m der Absicht, diesennun schon fünf Jahre andauernden Krieg zu beendigen. Mit ihm trafen mehrereReichsfürsten, viele vom Adel, die Boten der Eidgenossen und der Appenzeller da-selbst ein. Nachdem die Verhandlungen einige Zeit gedauert, gelang es endlich demKaiser, der selbst zu Drohungen gegen die Appenzeller seine Zuflucht nehmen mußte,einen Frieden zu Stande zu bringen. Am Mittwoch vor dem Palmtage wurde dasFriedensinstrument ausgefertigt. Nach demselben sollten die gegenseitigen Ansprüchedes Klosters St. Gallen an die Appenzeller und die Stadt St. Gallen auf demRechtswege gütlich ausgeglichen werden, eben so die des Gr. Rudolf von Werden-berg an den Herz. Friedrich von Oestreich, der sich zugefügte Schaden sollte gegen-seitig aufgehoben sein und die Appenzeller einstweilen Rhcineck, Altstettcn und denÖstreich. Antheil am Rheinthale behalten, alles klebrige sollte an die früheren Be-sitzer zurückgegeben werden. Auch Gr. Wilhelm war in diesen Frieden eingeschlossenund erhielt Kyburg zurück. Aber sowie es leichter ist, auf das Papier Friedens-vertrage niederzuschreiben, als die erhitzten, leidenschaftlichen Gemüther zu beruhi-gen, so dauerten auch hier 'die Erbitterung und die seindseligen Gesinnungen bribeiden Theilen fort. Hier gaben der erlittene, große Verlust, Hochmuth rc. demAdel und an dessen Spitze dem Herzog Friedrich, dort Uebermuth Und der Siegerstolzden Appenzeller» Anlaß zum Mißvergnügen und einem neuen Kriege, besonders dader Anstand mit Oestreich nur zwei Jahre dauern sollte und demnach mehr die Natureines lungern Waffenstillstandes, als eines Friedens an sich trug. Einen Beleghierzu finden wir selbst darin, daß Gr. Friedrich zu Konstanz den 25. März 1408mit der schwäbischen AdelsgesellschaftSaut Jorgen-Krewzes" gegen die Appenzellerein Bündniß schloß, welches bis nächste Georg! und von da noch ein Jahr dauernsollte. Von Seiten des Bundes sigeln die Hauptleute desselben: Herzog Ulrichvon Teck, Gr. Eberhard von Nellenburg, Gr. Eberhard von Werdenberg, Hein-rich von Roßenegg, Bertold von Stein, Heinrich von Randegg, Walter von Ko-»igscck und Rudolf v. Friedingen der Junge. (K. k. östr. g. Archiv.) Sowie daherdiese zwei Jahre verflossen waren (1410), versammelte Herzog Friedrich ein Kriegs-heer, welches 7000 Mann stark unter dem Gr. v. Sulz gegen Rheinegg vorrückte.Die Appenzeller und Glarner, welche die Burg und das Städtchen besetzt hielten,zogen aber in der Nacht ab , nachdem sie letzteres angezündet hatten. Hierauf gingder Zug des Östreich. Heeres nach Altstettcn, welches drei Wochen belagert wurde.

2) Diese Urkunden über die der Stadt Bregenz ertheilten Freiheiten u. liegen in dennStadtarchiv zu Bregenz.