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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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Brief, clnt. 31, August 1113 l) erhielt, nach welchem dieser seiner Tochter Elisa-beth und ihrem Ehemanne, dem Gr. Eberhard von Nellenburg, die Erbfolge aufBregenz, soweit Gr. Wilhelm es besaß, auf den Fall seines Todes zugesichert wurde.Diese Erbfolge wurde im I. 1432, als Graf Wilhelm, der Vater, schon mehrereJahre todt war, auf den Markgrafen Wilhelm von Hochberg, welcher nach demTode ihres ersten Mannes, des Gr. Eberhards von Nellenburg, dessen Wittwe, dieGr. Elisabeth, Gr. Wilhelms von Montfort Tochter, geheirathet hatte, übertragen.Zwei Briefe, welche dem Volk Syfried, freien Landrichter auf der Leutkircher Heide,der im Namen des rvm. Königs Albrechts und des Jakob, Truchsessen zu Wald-burg, des Reichslandvogts im obern und niedern Schwaben daselbst zu Gerichtesaß und der die Abschriften dieser beiden Briefe bestätigte, sowie eine Wiener Urkundebeweisen diese Uebertragung der Erbfolge auf die Elisabeth, Gräfin von Montfortund ihre beiden Männer.

Damit waren aber die männlichen Seitenverwandten nicht zufrieden, welche ihregegründeten Rechtsansprüche gegen ihren Vetter, den Gr. Wilhelm, und nach dessenTode gegen seine Tochter Elisabeth verfolgten, ja selbst zur Selbsthülfe scheinen siegeschritten zu sein, als ihr Vetter, Gr. Wilhelm, ungefähr im I. 1421 starb 2),indem sie sich der Stadr Bregenz bemächtigten. Nach einer Urkunde vom 27. März1422 vermarken die beiden Gr. Hugo von Montfort Bregenz, der eine ein Bruderdes verstorbenen Grafen Wilhelm und Johanniter-Ordens-Ritter, der anderedessen Oheim und Besitzer der halben Herrschaft Bregenz, den Burgfrieden desSchlosses und der Stadt Bregenz mit dem, daß diese Markung 20 Jahre beobachtetwerden soll; am nämlichen Tage und Jahre errichte» sie unter sich einen Erbverein,nach welchem sie sich gegenseitig beerben sollten^). Allein Johann Gr. von Lupfen,welcher die Knnegunde von Nellenburg, die einzige Tochter des obgenannten GrafenEberhards von Nellenburg und der Elisabeth von Montfort, geheirathet hatte, wußteden mächtigen Gr. Friedrich von Toggenburg für sich zu gewinnen, mit diesem über-fiel er Bregenz (1424) und bemächtigte sich durch die Verrätherei eines Weibes derStadt und der Burg, in dessen Besitze nun dessen Schwiegermutter, die Gr. Elisa-beth, vorerst verblieb. Den 2. März 1425^) vereinigt sich die Gr. Elisabeth mit

S. Anhang Nr. 176.

2) Das Jahr 1421 oder (Anfangs) 1422 scheint das Todesjahr des Gr. Wilhelmvon Montfort-Bregenz gewesen zu sein, da seine Tochter, die Markgräfin Elisabeth, demKloster Mehrerau im I- 1422 zum Seelenheil ihres daselbst begrabenen Vaters einenkostbaren Meßkclch und die Höfe Wolfartsreutr, Balgenach (Balgach), Dsenried, Gestraz,Ehirburg und Ketershausen schenkte. Mcrkle, Vorarlberg?c. II. Abtheil. S- 258.

2) S. Anhang Nr. 189 u. 190.

S. Anhang Nr. 196.

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