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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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Gr. Hansen von Lupfen dahin, daß sie den Gr. Hugo von Montfort-Bregenz unddie Gr. Rudolf und Wilhelm von Montfort, letzte beide Bruder Herren zu Tettnang,nicht mehr zur Herrschaft Brcgenz wollte gelange» lassen. Doch, wie es scheint,wurde diesem Vereine keine weitere Folge gegeben, indem ver vom Kaiser Friedrichden 7. Aug. 1441 gefertigte Leh'enbrief für Markgraf Wilhelm von Hochberg, alsLehenträger seiner Hausfrau Elisabeth von Montfort, nur auf den ihr zustehendenAntheil an der Herrschaft Bregenz lautet und die kaiserl. Verleihung des Blutbannesin der Herrschaft Bregenz vom 13. März 1442^), sowie die kais. Bestätigung derPrivilegien der Stadt Bregenz vom 16. März d. I. für die Gr. von Montfort undden Markgrafen Wilhelm von Hochberg lauten, woraus offenbar hervorgeht, daßwie früher die Nachkommen und Erben des Grafen Hugo und Konrads von Mont-sort die Stadt und Herrschaft Bregenz auch in diesem Jahre wieder gemeinschaftlichbesaßen.

Daß aber in dem I. 1424 Gr. Wilhelm schon todt war, geht auch aus einerUrkunde des Kaisers Sigismund hervor, in welcher er den Zürichern (1424) vonReichswegen gestattet, die verpfändete Grafschaft Kyburg von der Gräfin v. Bregenzan sich zu lösen, eben so nennt sich in der Urkunde, äst. Bregenz den 12. März1424, die Gr. Eli'abethdes Edlen wohlgeborn Graf Wilhälm von Montfort säli-gen Gedächtnuße, dem Gott gnedig sehe, erliche Tochter/' Uebrigens ging derRechtsstreit zwischen der Gr. Elisabeth, der Tochter des Gr. Wilhelms und dessenmännlichen Verwandten fort und dauerte bei dem damals gewöhnlichen schläfrigenGange mehrere Jahre, wie der obangeführte Gewaltsbrief des Gr. Hugo, desBruders des verstorbenen Gr. Wilhelms von Bregenz v. I. 1437 und die späternAnsprüche der Montfort-Steicrmarker Linie es beweisen, welche erst durch den Ver-trag und resp. Verzichtsbrief der Söhne des Jakob von Montfort zu Bekau vomI. 1576 bei Anlaß der Besitznahme von Tettnang erloschen. Der Markgraf Wil-helm von Hochberg, der zweite Gemahl der Gr. Elisabeth von Montfort-Bregenz,war den Verwandten der letzter» zu mächtig, sein Ansehen, in welchem er alsHauptanführer der östreichischen und schwäbischen Bundestruppen gegen die Schwei-zer bei dem Kaiser und den östreich. Fürsten stand, zu groß 2), um gegen ihn einenRechtsspruch zu erhalten oder durchzusetzen. Aber auch ihm mochte» diese Ver-

1) S. Anhang Nr. 232 u. 233.

2) Markgraf Wilhelm suchte auch auf alle Art sich die Gunst der östr. Herzoge zuerhalten, wie er dann zu Jnspruck den 4. Januar 1436, als Lehenträger seiner Frau ElS-beth, gelobt, mit der Feste Grießenberg im Thurgau, welche aus der Erbschaft ihrer Mut-ter, der Gr. Kunegund, geb. v. Toggenburg, an sie gekommen war, dem Herz. Friedrichd. ä. gewärtig zu sei». LichuowSky, v. Bd. Neg. Z. 3S05.

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