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Gr. Johann, welcher nach seines Vaters -Hugo Tode die Regierung übernom-men hatte, kämpfte mit den ungünstigen Verhältnissen seiner ökonomischen Lageund den Folgen des 30jährigen Krieges, ohne daß er die Familie selbst besondersvorwärts gebracht oder aber auch ihre Lage verschlimmert hätte. Sie erhielt sich unterihm in einer Art passiven Zustandes. Er selbst starb durch einen Sturz mit seinemPferde zu Langcnargen auf dem Platze, an welchem für ihn ein Denkmal errichtetwurde, den 12. Seht. 1686. Uebrigens scheint er ein in der Umgegend beliebterund geachteter Mann gewesen zu sein, indem ihm und dem Jakob Christoph vonRaßler zu Gamerschwang die Theilung der Güter und Herrschaften unter den ver-schiedenen Linien der Truchsefsen von Waldburg von dem Kaiser Leopold I. im Jahre1673 übertragen wurde; auch Mar Franz, Trmchseß zu Waldburg-Wolftgg ihnim Jahre 1681, 21. Aug., zum Mitvormünder seiner Kinder und Erecutor seinesTestaments ernannte. (Bodents Aufsatz.)
Gr. Johann hatte zwei Gemahlinnen; die erste war M. Anna Eusebia, Gr.Wilhelms von Königsek, die zweite M. Anna Katharina, des Gr. Ernst von SulzTochter, welche noch in demselben Jahre (3. Dez. 1686) wie ihr Mann starb.
Gr. Johann hatte nur einen Sohn aus zweiter Ehe, Anton m., geb. den26. Nov. 1670. Dieser war demnach bei seines Vaters Tode noch minderjährig,wie er dann auch erst später die Regierung antrat und in Langcnargen selbst sich erstim I. 1700 huldigen ließ. Er hatte sich im I. 1693 mit M. Anna, Gr. Maxi-milians von Thun Tochter, verehelicht >).
Das ganze Leben dieses Gr. Anton, so wie dasselbe sich noch lange im Mundedes Volkes erhielt, dessen Liebling er war, zeigt ihn dem unbefangenen Richter als einenguten, freundlichen, selbst in den Künsten und Wissenschaften nicht unbewandertenMann, der alle die zum Theil edlen Leidenschaften der großen und kleinen Fürsten derdamaligen Zeit besaß. Er war ein Freund der Künste, liebte Las Bauweien, glaubte«s sich und seiner Ehre schuldig zu sei», eine zahlreiche Dienerschaft zu halten, glän-zende Feste zu geben, den Adel der Nachbarschaft, die Geistlichen und Beamten der
>) Der Ehevertrag ist vom 18. Mai 1693. Die Eltern der Braut waren Gr. Marv. Thun*), kais. östreich. Kammerherr und Salzburgischer Oberhofmeister, und Franzisk»Emerenzia, Grästn v. Ladron.
Die Gr. v. Thun hatten ihre Stannngnter in VsIIs U'änsiilas (im Thale Enna,nicht weit von Roveredo). Schon im Uten Jahrh, bekleideten sie das Erbschenkenamt derBisihümer Briren und Trient. Die Mitglieder dieser Familie zeichneten sich vielfach inKirchen- und Staatsdiensten aus und erwarben ansehnliche Giftet in Böhmen und Oestreich.Gr. Mar von Thun, der Vater der Gemahlin des Gr. Anton von Montfort, war kais.Geh.-Rath, Ritter des goldenen Vließes, Salzburg. O.-Hofmarschall und schrieb sich Herr-z» Tetschcn, Bodenbach, Bünabnrg, Eyla, Schönstem, Achleithen und Hohenberg.