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Töchtern und jüngern Söhne an die, dem Majoratshcrrn gemachte Bedingung nichtso strenge gebunden sein/'
»Weil Uneinigkeit, Zwitracht und Unwillen unter Bruder und Blutsver-* wandten sonderlich bei vornehmen Familien, derselben Abgang, Ruin und Verder-ben herbeiführen (wie wür, die von Montforth, mit unserm Schadenerfahren) also setzen und ordhnen wür" daß kein Montfort den andern bei demkaiserl. Hof- oder Kammergericht oder sonst einem Gerichte verklagen dürfe, sonderndaß alle etwaigen Streitigkeiten unter ihnen vor vie Conservatoren der Familie ge-bracht und von diesen entschieden werden sollen. Zu Conservatoren der Familie,ohne welche überhaupt nichts Bedeutendes unternommen werden darf, werden er-nannt: ein jeweiliger Bischof z» Konstanz als erster kreisausschreibender Fürst, dannder jeweilige Direktor der schwäb. Kreis-Grafen-Bank,
Die Urkunde haben in nachstehender Ordnung unterschrieben: Franz Johann,Bischof zu Konstanz, Hang, Gr. zu Montfort, Haug, Gr. zu KZnigseck, MarWilibald, Gr. zu Wolfcgg, Franz, Gr. zu Montfort, Johann, Gr. zu Mvnt-fort, Ernst, Gr. zu Kriechingen, Anton, Gr. zu Montfort. Kaiser Ferdinand III.bestätigte obige Anordnung zu Weißenau den 18. Febr. 1654.
Gr. Hugo starb den 2. Juli 1662. Von dessen sieben Kindern waren dreiSöhne bei seinem Absterben noch am Leben, 1) Franz, geb. 25. März 162 9,Domherr zu Konstanz und Augsburg, gest. 1672; 2) Johann vm., geb. 25.Nov. 1627 und 3) Anton II., geb. 14. Okt. 1635. Alle diese drei Brüderwurden zwar lt. Lehensbrief vom 30. Juli 1663 von Kaiser Leopold I gemein-schaftlich mit der Herrschaft Tettnang, den hohen und niedern Gerichten zu Argen,der Fischen; vom Schlosse daselbst bis zum Breitcnstein auf dem Bodensee belehnt ^),doch behielt Gr. Johann, als der älteste, nach obiger Verordnung die ganze Herr-schaft allein. Sein Bruder Anton trat in churbairische Dienste, wurde General-Feldmarschall-Lieutenant und starb den 4. Juni 1706 als Gouverneur zu Jngol-stadt. Anton war verheirathet, und zwar das erstemal mit Maria Viktoria, desGr. Franz von Spaur Tochter, das zweitem«! mit Katharina, Gr. Ernst Emerichsvon Tylli Tochter. Er hinterließ zwar mehrere Kinder aber nur einen Sohn, Se-bastian, geb. 1684, gest. 7. Februar 1724. Dieser war in Militärdiensten beiden schwäb. Kreistruppen und hinterließ von seiner Gemahlin Friderika Christin«,des Gr. Marimilian von Hohenzollern Tochter, keine Kinder.
') S. vexeUn I. IV. viss. 23 . Nach einer Abschrift einer Archivurkunde vvn dem-selben Datum wird nur Gr. Johann allein belehnt. In diesem Lehcnbricf ist auch dieRcichspfandschafl über die freien Leute aus der Heide aufgenommen.