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zu entscheide»'). Die Truchsessen fügten sich auch in diese Anordnung des Kaisersund überließen sogar an Weingarten imJ. 1275 urkundlich mehrere Güter als einenErsatz für den dem Kloster zugefügten Schaden. In eben diesem Jahre (1275)2)erließ Hugo auch als kaiserl. Landvogt, um die Quelle vieler Streitigkeiten abzu-schneiden, eine Verordnung, nach welcher er einem Jeden, welcher leibeigen odersonst zu Diensten einem andern verpflichtet war, verbot, sich einem Dritten alsleibeigen oder Dienstmann zu unterwerfen, da es oft geschah, daß Gutsbesitzer undKlöster, wenn der Krieg, Pest rc. ihr Gebiet an Landbauern entvölkert hatte,fremde unter allerlei Vorwänden an sich zu ziehen und ihren bisherigen Herren zuentfremden suchten^).
Aber auch in den für das Haus Habsburg so verhängnißvollen und schwerenKriegen mit dem König Ottokar von Böhmen folgte der treue Freund und Dienerseinem Kaiser Rudolf in den Krieg nach und war sein Rath und Diener in diesengefährlichen Zeiten. Zwei Urkunden von dem Kaiser Rudolf in dem I. 1276 und1277, in Wien ausgestellt, beweisen dieses. In ersterer bewilligt der Kaiser demBischof Peter von Passau die Erhebung eines Mauthgeldes (vwtum) zu Obernbergan dem Flusse Jnn; in der zweiten erklärt er auf einem Fürstentag zu Wien (inMotto principum), daß eine von einem geistlichen Fürsten oder Abt ohne Zustim-mung des Kapitels ertheilte Lehensverleihung ungültig sein solle. In beiden ist un-ter den rrinoipoo ot l>objl68 mitunterschrieben: OMo Coinos lls ^Virtondsm,was, da damals kein Gr. Hugo v. Würtemberg lebte, auch im Munde des Ober-schwabens i mit s und umgekehrt sehr oft verwechselt werden, wohl unser Hugowar, um so mehr, als er im I. 1277 nach der St. Galler Urkunde bei NeugartNr. 1022 sich außer Schwaben aufhielt^).
Diese Llnhänglichkeit des Hugo an den Kaiser Rudolf und dessen Haus, dieStrenge, mit welcher er die Befehle und Aufträge des erstem vollzog, mochtenwohl vielen lästig fallen, sowie sie später zu einem Bunde mehrerer Grafen undHerren, unter welchen in unserer Gegend die Gr. von Montfort und Nellenburgdie mächtigsten waren, gegen den Kaiser Rudolf (1285—1286) Anlaß gaben,welcher zum Theil auch gegen die Werdenberger, als den Helfern der Habsburger,gerichtet war. Der Kaiser Rudolf fühlte dieses wohl, sowie die Verpflichtung, dieer gegen den Gr. Hugo, als dem Haupte der Werdenbergischen Familie und dieStütze seiner Macht in dieser Gegend hatte. Nach dem Beispiele seiner Vorgänger,
INder Nblist. iüspt. »Ion. Veliixsit in Nreli. Stuttxarl.
2) v. MemmingerS Würtemb. Jahrb. 1834. 1s Hft. S. 165.2) K. Weingart. Urk.
^) S. Noniinionta boioa. r. IV. 38. p. roo et 406-