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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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Häuslichkeit an Oestreich hing. Von da aus ließ er in das Zürcherbiet streifen,sowie es Zürich in den östreich. Besitzungen that. Da zogen die Züricher mit ihremBanner unter dem Gr. von Toggenburg gegen die Stadt Winterthur. Gr. Hugoverließ Winterthur, um einen Heerhaufen zu ihrer Hülfe zu versammeln. Sowieer die Stadt verlassen und die Züricher bis an den Flecken Töß vorgerückt waren,fielen die Winterthurer gegen die letztem aus, wurden aber nicht nur mit Verlustzurückgeschlagen, sondern von den Zürichern bis an die Stadt verfolgt (11. April1292). Ein Bote ihres Sieges ging an Gr. Rudolf, Bischof zu Konstanz, ab,der seine Leute versammelte, um damit den Zürichern zu Hülfe zu kommen. DemGr. Hugo fiel dieser Bote in die Hand. Ein von ihm abgeschickter Bote brachteden Zürichern die Antwort mit dem nachgemachten Siegel des Bischofs: den 13.April Mittags werde er mit seinem Heereszuge zu ihnen stoßen, um gemeinschaftlichihre Feinde, die Oestreich», zu bekämpfen. Ein anderer Bote des Grafen Hugobrachte den belagerten Winterthurern den Befehl, auf diese Zeit sich zum Angriffebereit zu halten. Mit allen seinen Truppen, die er sammeln konnte, zog GrafHugo unter dem nachgemachten Konstanzischen Banner zur bestimmten Zeit nachWinterthur, die Züricher und ihre Verbündeten jauchzten ihm, als ihrem vermein-ten Freunde, dem Bischöfe und der Stadt Konstanz, entgegen. Niemand dachtedaran, sich zu waffnen, da fielen die vermeinten Freunde mit einmal in das Lager,von der andern Seite stürmte die Besatzung von Winterthur an. Groß war dieNiederlage der Züricher, über 1000 Mann kamen um, ein Verlust, den Zürich sotief fühlte, daß es sich (24. Aug. 1292) zum Abschluß des Friedens genöthigt sah.Das Hauptbanner der Stadt, sowie das des Hauptmanns, Grafen von Toggen-burg , fielen dem Grafen Hugo in die Hand, welcher auch durch diesen Sieg deröstreich. Partei die Oberhand auf mehrere Jahre sicherte*). Im folgenden Jahre(1293) zog Herzog Albrecht, nachdem er das Schloß Nellenburg und auch mehrereandere, deren Inhaber theils Lehensleute von St. Gallen, theils Freunde des AbtsWilhelm waren, zerstört hatte, vor die Stadt Wyl, die er belagerte und durchUebergabe auch einnahm. Auf diesem Zuge begleitete ihn wieder Gr. Hugo mitseinem Vetter, dem Grafen Rudolf von SarganS. Beide schlug Herzog Albrechtbeim Anfange der Belagerung zu Rittern.

Nach der Flucht des Abts Wilhelm von St. Gallen und dessen scheinbarerAussöhnung mit Herzog Albrecht herrschte einige Zeit Ruhe, eine Art von Waffen-stillstand in dieser Gegend, doch blieb die alte Erbitterung und Feindschaft zwischenHerzog Albrecht und dem Abt Wilhelm und deren beiderseitigen Anhängern, die im

H Tschudi, I. Bd. S. 211.