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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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in dieser Gegend sei. Alte Anhänglichkeit an das Habsburg. Haus, wohl auchandere ihm gemachte Zugeständnisse bestimmten den Gr. Hugo, mit seinem BruderAlbrecht für sich und im Namen ihres dritten Bruders, Heinrich, zu Wien amFrauentage der Scheidung 1314^) auf fünf Jahre zu versprechen, den Herzogenvon Oestreich mit 50 Helmen zu dienen und ihre Festen denselben zu öffnen. Dabeiwurden die obwaltenden Anstände (die Urkunde nennt es einen Krieg) dadurch bei-gelegt , daß den Grafen von Werdenberg alles, was sie von den Kindern des vonFrauenberg erkauft, verbleiben sollte, sowie Oestreich das Schloß Guttenberg undder von ihnen erkaufte Antheil nach dem dermaligen gegenseitigen Besitzstände^).König Friedrich bestätigte den Werdenbergern auch zu Ravensburg den 30. Mai1315 alle ihre Rechte, Freiheiten und Besitzungen, welche sie vorn Reiche besaßen^).Diese Verbindung mit Oestreich gegen den Kaiser Ludwig den Baier söhnte die Wer-denberger auch mit den Montfortern wieder aus, welche damals gleichfalls auf Sei-ten Oestreichs standen, daher auch die beiden Brüocr, Hugo und Albrecht, demFamilienrathe beiwohnten (1322), in welchem Gr. Wilhelm von Montfort zuTettnang seine Familienangelegenheiten ordnete. Nach der Niederlage des KaisersFriedrich bei Mühldorf und dessen Gefangennehmung und dem Tode des HerzogSLeopold erhielt auch in den Gegenden des Bodensees die Partei des KaisersLudwig das Uebergewicht und auch Graf Hugo schloß sich derselben an^). GrafHugo war Kastenvogt des Klosters DisentiS. Als solcher benutzte er nach Art derdamaligen Kastcnvögte sein Amt, theils um die Vogteirechte zu seinem Vortheile zuerweitern, theils um einzelne Klostergüter sich anzueignen. Jakob v. Bodmann,Abt zu Disentis, sah sich dadurch veranlaßt, mehrere vvm Adel und auch den Gr.Hugo, als Kastenvogt, zu sich nach Disentis einzuladen. Da wies er den Versammeltendie alten Klosterrechte und Rechtstitel vor und bewog dadurch letzteren, die Güterim Bregelthale sowie die Frikburg (1327) dem Kloster zurückzugeben und zu ver-sprechen , daß er seine Kastenvogteirechte nur innerhalb den Gränzen alter Ueberein-kommnisse ausüben wolle^). Ob sein schon hohes Alter, oder die damals schwieri-gen Zeitverhältnisse, oder das Zureden seiner und des Klosters Freunde ihn zu dieser

1) S. Anhang Nr. 22.

-) Tschudis Schwz.-Ehronik. Lh. I. S. 266.

2) Orig.-Urk. im Fürstl. Fürstenb. Archiv. Anh. Nr. 26.

H Bürgermeister in seinem Rittersaal, li. Thl. Sert. 49. S. 305 führt unter denLandvögten in Schwaben im I. 1320 den Gr. Hugo von Werdenberg auf, aber ohne an-zugeben, ob er von dem Kaiser Friedrich oder dem Kaiser Ludwig hierzu ernannt wurde.Wahrscheinlich von dem ersteren, da er in dieser Gegend damals noch die Oberhand hatte,6) kUetlNoro, Mst. LMo. liurisns. x>. 2SS.