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Gleichwohl sorgte Gr. Albrecht für den Vortheil seines Hauses, welches, dieUrsache ist nicht bekannt, Rheinegg, das Eigenthum seines Vaters, verloren hatte.Er läßt sich daher von Gr. Albrecht von Hohenberg, erwählten Bischof von Kon-stanz, dessen Vater Rudolf und Bruder Hugo versprechen (1334), daß „wenn unsdie Vesti ze Rinegg, baide Burg und Statt ingenntwurt wurde," sie dieselben ihmum 1000 M. S. übergeben wollten. Den 2. Febr. 1327 stellte Gr. Albrecht vonHeiligenberg, des röm. Reichs Landvogt an dem Bodensee, zu Gunsten Herzog Al-brechts von Oestreich ein Revers aus, worin er auf die Bezahlung einer Dienstfor-derung von 900 M. S. so lange verzichtet, als ihm von dem von dem Herzog Leo-pold verpfändeten Berg Andemon (?) jährlich 48 M. S. abgereicht würden. (K. k.östr. g. A.) Eben so erkaufte Albrecht den 1. Nov. d. I. einige Güter bei Rhein-egg von Pilgrin v. Tobcl um 20 Hl., auch das Schloß Greifenstein hatte er(1334) erworben i).
Im I. 1338 war aber Gr. Albrecht schon wieder im Besitze Rheineggs unddes Rheinthales, zugleich aber auch in Zerwürfnissen mit den Seestädten, nament-lich den Städten Lindau und St. Gallen. Zu letzterer gab Walter Mayer von Alt-stetten vorzüglich Anlaß, welche obigen Städten vielen Schaden zufügte. GrafAlbrechr ließ alles ruhig geschehen und hals selbst noch dazu?).
Da boren die Seestädte ihre BundeSverwandten, die Züricher, auf. Vereintzogen sie vor die beiden Schlösser Alt - und Neualtstetten. Die Eigenthümer, da sieGr. Albrecht nicht schützen konnte, flohen mit allem, was sie fortbringen konnten,heimlich aus ihren Schlössern, welche die Reichsstädte (15. August 1338) nieder-brannten und zerstörten. Drei Söldner des Walters von Altstetten, welche denReichsstädten in die Hände fielen, wurden enthauptet. Auf ihrem Heimzuge batendie Konstanzer die Verbündeten, sie möchte» ihnen helfen, den Gr. Albrecht zuzüchtigen, da er die Bürger von Konstanz geschädigt habe, auch die von Altstettenseine Mannen seien. Die Züricher wendeten sich daher mit ihren Verbündeten gegenHeiligenberg und verwüsteten vorerst die Umgegend von Rheinegg und Heiligenberg,allein da Gr. Albrecht sich zum Widerstände zu schwach fühlte, rief er seine Freundeauf, welche einen Frieden vermittelten, nach welchem ersterer die Klagenden ent-schädigen und den Reichsständen eine Abfindungssumme von 300 A bezahlen mußte.Um diese Kosten bezahlen zu können, verpfändete Gr. Albrecht um 1200 U Konst.dem Gr. Friedrich von Toggenburg am Montag vor Lichtmeß 1340 zu Konstanz
1) Orig.-Urk. im Fürstl. Fürstenb. Archiv, erstere üai. Konstanz am Montag vorEhristi Auffahrt und letztere üat. Helligenberg, 1. Nov. 1334. Anh. Nr. 39.
2) S. Zellwegers Gesch. des Appenzeller Volkes, l. Th. S. 177, nach Tschudk,>. Bd. S. 351 und vtwlur-mus, p. >7 b. Merkles Vorarlberg, l. Abth. S- 136.