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Urkunde, eist. Schaffhausen am Sonntag nach St. Ulrichstag (6. Juli) 1326 *)gestattet Herzog Lllbrecht von Oestreich, daß Gr. Albrecht von Werdenberg dasDorf Thalheim, so ihm um 104 M. S. verpfändet ist, um diese Summe demRitter Rudolf von Ramsperg überlassen dürfe; in einer wettern Urkunde, <tst. Ar-gen, dem Dorfe, am ersten Mittwoch des Monats März 1330, verkaufte er anden Gr. Wilhelm von Montforr zu Tettnaug um 100 M. S. die Vogtei Berg mitUntermeckenbeuren, einer Appertinenz der Grafschaft Heiligenberg. Nach einerweitern Urkunde (Mittwoch nach Marientage im Herbst 1331) nimmt Gr. Albrecht auf20 Jahre das Bürgerrecht in Bern an und verspricht mit seiner Herrschaft der Stadtzu helfen. Etwaige Anbände unter ihnen sollen auf der Mallstatt zu Niederdettin-gen ausgetragen werde». (Obrigkeit!. Arch. zu Bern.) Dieses sind die ersten öffent-liche» Urkunden von diesem Gr. Albrecht, der, wie seine Thaten lehren, ein tüch-tiger Kriegsmann, thätig und unruhig, in vielen Stücken seinem verstorbenen Vatergleich war, nur daß ihm dessen Klugheit und Umsicht gefehlt zu haben scheinen, weß-halb er auch in mehrere Fehden verwickelt wurde, die nicht immer zu seinem Vor-theile ausfielen. Immerhin war sein ganzes Leben wie diese Zeiten selbst unruhigund kriegerisch. Nach einer Urkunde (Rep. des Staatsarch- zu Zürich) erhielt Gr.Albrecht von Werdenberg, des Reichs Landvogt zu Schwyz, Uri und Unterwalden,von der Stadt Zürich 800 As, welche sie ihm für den Kaiser Ludwig bezahlten.Ungeachtet er sich des Reichs Landvogt in diesen drei Kantonen schrieb, so war seineerste Fehde doch mit dielen drei kleinen Schweizerkantonen und den Einwohnern desUrsercnthales. In diese Fehde wurde er als Kastenvogt des Klosters Disentis ver-wickelt. Abt Martin, aus der Familie von Sar, hatte mit seinen Klosterleutenim obigen Thale Streit und bekriegte sie (1322). Uri und die beiden KantoneSchwyz und Unterwalden, wegen welchen eigentlich der Streit geführt wurde, halfenden Ursercn. Es kam zu einem Gefechte, welches aber für den Abt so unglücklich-ausfiel, daß sein Hauptmann gefangen und mit 1000 As aus Kosten des Klostersausgelöst werden mußte. Im folgenden Jahre dauerten die Feindseligkeiten fort, anwelchen Gr. Albrecht, als des Klosters Schirmvogt, mit mehreren vom Adel, na-mentlich aus Graubündten, Theil nahmen. Der Tod des Abts (1333) machtezwar den Feindseligkeiten ein Ende, doch folgte die vollständige Aussöhnung erst imJahre 1339, wie die deßhalb ausgestellten Urkunden, ckat. 11. Nov. 1339, be-weisen 2).
r) S. Anhang Nr. 39.
2) rsoNuSi, I. lom. 32g st takt. Lsnk. Sprocdor t'allas KUastiae. I,N) IU.P. SS und LteMorn, »ist. Lpiso. cur. p. S3S.