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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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das Schloß Rietberg mit den Höfen zu Rengertschwil und Bütschwil waren wohlschon früher dem Gr. Albrecht eingeräumt worden. Der damalige Abt von St.Gallen hatte selbst hierbei dem Gr. Albrecht geholfen, der dagegen mit seinem Sohne,Gr. Albrecht dem jüngern, den 9. Juni 1344, äst. Altstetten, versprach, er wolledie Vogtei Appenzell rc. von dem Kloster gegen Bezahlung obiger 600 M. S. wie-der einlösen lassen und sich selbst bei dem Kaiser verwenden, daß diese Auslösung zuStande komme, auch wolle er, so lange er im Besitze dieser Vogtei sein werde, dieLeute nicht hart halten noch die Vogtrechte erhöhen. Abt Herrmanu von St. Gallenbrachte es auch bei dem Kaiser dahin, daß derselbe ihm wirklich obige Vogteirechteüberließ, und zwar mit dem, daß das Reich sie nur mit 1200 M. S. auslösenÄnne, dagegen Abt Herrmann dem Gr. Albrecht von Werdenberg 600 M. S. be-zahle und der Abt sich verbindlich mache, dem Kaiser mit 20 Rittern auf 30 Jahrezu dienen und seine Festen Bernang und Blatten als offene Häuser zu überlassen i).Wirklich löste Abt Herrmann im folgenden Jahre (1343) die Vogtrechte ein, be-zahlte dem Gr. Albrecht die 600 M. S., ließ seine Ritter zu dem kaiserlichen Heereunter dem Heinrich v. Schwenningen stoßen, um die Grafen Hugo und Rudolf vonMontfort zu bekriegen und räumte den Kaiserlichen Bernang ein. Das SchloßBlatten besaß als Vasall des Klosters damals Burkard von Ramschwag, dessenUebergabe er verweigerte, wohl weil seine Frau Guta eine Gräfin von Montfortwar. Um nun den Vertrag mit dem Kaiser Ludwig zu halten, gab der Abt demOrtwin v. Hohenembs 100 M. S., damit dieser sein Schloß Hohenembs dem Kai-ser zu einem Waffenplatz überlasse. Burkard von Ramschwag behauptete sich auchim Besitze von Blatten und erst im folgenden Jahre (1346) bewilligte er in Gegen-wart der Grafen von Montfort und Gr. Hartmann von Werdenberg, sowie deskaiserl. Landvogts Heinrich von Schwenningen, daß Blatten des Abts offenes Haussein sollte^). Doch auch dieses war ihm nicht ernst, indem er die Burg auf fünfJahre dem Grasen Albrecht von Werdenberg (1347) einräumte, womit aber fünfSohne des ersteren nicht zufrieden waren, als welche sich dahin vereinigten, nicht zuruhen, bis sie sich in den Besitz der Burg wieder gesetzt haben würden. Gr. Albrechtbehielt aber diese Burg 12 Jahre in seiner Gewalt, was mit zu dem Kriege zwischenihm, seinen Söhnen einerseits und den Grafen von Montfort anderseits Anlaß gab.Dieser Krieg brach in dem Jähre 1337 aus^). Gr. Albrecht und seine Söhne

1) S. Zellwegers Gesch. des Appenzeller Volks. I. Th. S. 178, desgl. Jld. v. Arr,U. Bd. S. 27 u. 38.

2) Zellweger, i. Th. S. 180 u. 184. Zld. v. Arr, n. Bd. S. 28. S. AnhangNr. 59 u. 6V.

2) S. 1. Abth. §. S.