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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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waren nicht glücklich und sahen sich genöthigt, einen ihnen ungünstigen Frieden zuschließen. Das Schloß Blatten erhielten zwar die Söhne Burkards von Ramschwagzurück, mußten dasselbe aber später (1365) dem Kloster St. Gallen auf 10 Jahreüberlassen, dagegen behielt Gr. Heinrich von Montfort-Tettnang Altstetten, welcheser im I. 1360 erobert hatte, als Pfand einer Schuld von 1100 As Pf. Konst.Währung, wie dessen Reversbrief, ausgestellt über die Wiederlosung am Montagnach Kreuzers. 13611) bereist. Doch scheint die Auslosung bald erfolgt zu sein,indem Kaiser Karliv., -ist. Nürnberg am Donnerstag nach Reminiscere 1363,beurkundet, daß die Stadt Altstetten, der Kelnhof daselbst, die Kelnhöse zu Marbachund Vernang mit allen Zugehörden dem Gr. Albrecht dem alten und dem Gr. Al-brecht dem Jungen und ihren Kindern als eine Reichspfandschaft angehören und ersie zum Wittum »der edlen Agnesen, unser lieben Mumen" (einer Burggräfin vonNürnberg) verschreiben dürfe um 1500 A/ Pf. 2) Wahrscheinlich geschah die Aus-losung in Verbindung mit der den 11. Februar 1362 geschehenen lleberlassung desAntheils an dem Bregenzerwald, welcher den Werdenbergern gehörte, an die Grafenvon Montfort. Immerhin war es ein kleiner Ersatz, daß Abt Johann zu St. Jo-hann im Thurthale den beiden Grafen Albrecht von Werdenberg und des JüngernSohn, Gr. Hugo, die Schirmvogtei seines Klosters überließ (21. Nov. 1363)da eben diese im I. 1361 sich genöthigt sahen, an den Gr. Friedrich von Toggen-burg, als Pfand für eine Schuld von 1600 As die Vogteien zu Butschwil, Peters-zell und Wald, das Schloß Rietberg, die Höfe zu Rengersschwil und Butschwil zuüberlassen. Uebrigens beweisen diese Thatsachen, daß die Grafen von Werdenbergzu Werdenberg und Heiligenberg immer noch bedeutenden Einfluß auf die Ereignissedieser Gegend ausübten und namentlich Albrecht der ältere nicht nur bei dem KaiserLudwig, sondern auch dessen Nachfolger, dem Kaiser Karl IV., in großem Ansehenstand. Einen auffallenden Beweis des letztem liefert eine Urkunde vom 13.. Mai1318, äst. Brünni), nach welcher Kaiser Karliv. den Gr. Albrecht von Werden-berg-Heiligenberg zum obersten Schirmvogt des Bisthums Trient und seinen Stell-vertreter (OaManoum et üoioimorkka Lpiso. Viilwutini) ernannte und allenHauptleuten, Kastellanen, besonders den von Malcossei und Viscon, sowie allenBeamten und Vasallen des Bisthums befiehlt, dem Gr. Albrecht zu gehorchen. Nochim Jahre 1369 lebte Gr. Albrecht, der alte genannt, wie eine Urkunde von diesemJahre, ausgestellt »an der Var über den Rein" unter Werdenberg den 30. Juli

1) Orig.-Urk. im Fürstl. Fürstenb. Archiv. Anhang Nr, 78.

2) Ebd. Anhang Nr. 83.

") Ebd. Anhang Nr. 81 u. 85.

4) Ebd Anhang Nr. 68.