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Mittwoch nach Mittsasten 1390 zu Gunsten seines Bruders und dessen Söhne, um,wie er schreibt, den Frieden zu erhalten, auf die ganze Erbschaft seines BrudersHugo und bittet in einem eigenen Briefe vom nämlichen Datum den Kaiser Wenzel,diese Ueberlassung von reichswegen zu bestätigen ^). So wurde der Friede in derFamilie selbst durch diese Nachgiebigkeit des älteren Albrecht erhalten. Gr. Heinrich,sei» Bruder, starb bald darnach (1392) und dessen drei Söhne folgten ihm in demBesitze seiner Länder und Ansprüche, aber auch der Gegenansprüche, welche an sie,besonders wegen Wartau und Herrenberg bei Sevelen, gemacht wurden. DieseAnsprüche erhoben ihre Vettern und Stammverwandten, die Grafen v. Werdenberg-Sargans (s. unten §. 9.), an deren Spitze Gr. Hartmann, Bischof zu Chur, undGr. Hans von Sargans der ältere standen. Es wurde zwar ein Versuch gemacht,die schon ausgebrochenen Feindseligkeiten durch ein Schiedsgericht in Güte beizulegen,wozu Gr. Donat von Toggenburg, Gr. Heinrich von Werdenberg, Herr zu Troch-telfingen und Freih. Brun von Rhäzuns als Schiedsmänner anerkannt wurden2).Allein dieser Versuch war vergebens, sowie ein weiterer des Gr. Albrecht des ältern,den Abt Burkard von Pfäffers dadurch zu besänftigen, daß er (1392) demselbendie Vogtei zu Reute im Rheinthale, welche früher dem Kloster gehört hatte, um270 As Konstanz, überließt).
Abt Burkard verband sich mit den Grafen von Werdeuberg-Sargans (Montagnach Allerheiligen 1393) gegen die Grafen von Werdenberg zu Werdenberg, auchHerzog Leopold von Oestreich sagte den 2. Dez. 1393 dem Abte seine Hülfe gegendie Werdenberg zu Werdenberg zu. Der Krieg oder die Fehde wurde mit theilweiserUnterbrechung und mehrerer angestellter Sühnversuche durch sechs volle Jahre fort-geführt und erst (1399) durch Gr. Heinrich von Montfort-Tettnang beigelegt^).Der Erfolg dieser hartnäckigen Fehde war der fast aller auch größerer Kriege, dasLand wurde verheert, die Unterthanen ausgeplündert, die Herren verarmten. DerFriede wurde geschlossen, die angegriffenen von Werdenberg zu Wcrdenberg behiel-ten, was sie vorher schon besessen hatten, Wartau, Herrenberg und Freudenberg,auch die Schirmvogtei des Klosters Pfäffers, die sie aber (1397) dem Kloster gegen
Rudolf, «Ist. Wien 27. Aug. 1358, noch gut hatte. LichnowSkys Reg., Z. 2092, zumiv. Bd.
r) S. Anhang Nr.'130 u. 131.
2) Urk. im Fürstl. Fnrstenb. Archiv, üst. Maienfeld 29. Sept. 1393. S. AnhangNr. 135.
2) Tschudi, I. Bd. S. 565. Die Verkaussnrkunde ist vom Samstag nach St. Ba-lentinstag, Febr. 1393, und befindet sich im St. Galler Archiv. S- Anhang Nr. 13-i-H I. «. Bd. I. S. 59S.