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rere vom Adel der Umgegend. Beide suchten sich Freunde und -Helfer zu verschaffen.Mangold von Brandis verspricht zu Marbach am Dienstag vor Jakobi 1384 demGr. Albrecht 1000 Fl. in Gold, damit er »mit stn selbes Lib, und mit alle dem,das er vermag, beholffen sin soll, mit siner Vesti -Heiligenberg, wider Niclausen,den Pröpstli von Bunne, der sich schribet und nenet Bischoff ze Costentz und allesin Helffer"^). Der den 25. October d. I. erfolgte plötzliche Tod des Mangoldsdurch einen Sturz vom Pferde machte diesem ärgerlichen Handel ein Ende.
Im I. 1385 oder 1386 scheinen die Bruder, die Gr. Hugo und Heinrich,nun auch unter sich ihre bisher gemeinschaftlichen Besitzungen abgetheilt zu haben,wenigstens finden wir diese später von einander geschieden. Alle diese vier Bruderwaren um die Zeit verheirathet. Hugos Gemahlin war nach dem TrochtelfingerSeelbuch Bertha, eine geb. Gräfin von Kirchberg, Gr. Albrecht der ältere war mitUrsula, eine geb. Grästn von Schomburg, auch von Schaumburg genannt, GrafAlbrecht der jüngere mit Anna, Gräfin von Montfort, und Graf Heinrich mitAgnes, Gräfin von Montfort vermählt. Die Grafen Hugo und Albrecht der jüngerehatten keine Kinder, dagegen Gr. Heinrich damals (1388) drei Söhne, Rudolf,Heinrich und Hugo, hatte, welche schon erwachsen waren. Dieses, sowie auchweil er sich bei der Erbstheilung verkürzt glaubte und nach allem, wie sein BruderAlbrecht der Jüngere, eines unruhigen Charakters war, vermochte den Er. Heinrich,mit Anforderungen gegen seine beiden Bruder, die Albrechts, aufzutreten. Mögennun seine Forderungen begründet gewesen sein, oder daß feine beiden Brüder jedeStörung des Friedens und der Eintracht unter ihnen vermeiden wollten, Graf Al-brecht der jüngere nahm ihn und seine drei Söhne, laut Urkunde am Freitag nachLuzientag 1388 vor dem Landgerichte zu Lindau zum gemeinen Mann (Mitbesitzer)des Schlosses und der Herrschaft Freudenberg an 2), Gr. Albrecht der ältere aberverspricht den 25. Juli 1389 seinem Bruder Heinrich, daß er sich wegen den An-sprüchen an ihn vor dem Grafen Rudolf von Montfort zu Feldkirch stellen und sichdessen Ausspruch unterwerfen wolle. Gr. Albrecht der ältere bewies aber diese seinefriedlichen und liebevollen Gesinnungen gegen seinen Bruder Heinrich noch auf gewißauffallendere Weise. Ihr gemeinschaftlicher Bruder Hugo, welcher die Stadt undBurg Werdenberg und Starkenstein nebst der Schirmvogtei über St. Johann undNeßlau besessen, starb zu Ende des Jahres 1389 oder zu Anfang des folgendenJahres^). Da verzichtete Gr. Albrecht der ältere, Herr zu Bludenz, in Lindau,
Z Fürstl. Fürstenb. Archiv. Anhang Nr. 114.
2) Urk. im Fürstl. Fürstenb. Archiv. S. Anhang Nr. 127 u. 128.
3) Den 2. Nov. 1387 zu Schaffhausen bescheint Gr. Hugo von Werdknberg demHerzog Albrecht den Empfang von 200 M. S., welche er, laut Schuldbrief des Herzogs