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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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Heiligenberg, wornach auch Herzog Friedrich seine Hand ausstreckte, wovon jedoch'im folgenden Paragraph.

Hier handelte es sich vorerst nur um die Veräußerungen, welche die vierBruder, Sohne des ältern Albrechts von Werdenberg, machten. Diese waren-Bludenz und Montafun, Freudenberg mit dem Kirchensatz zu Maienfeld. Letztere(Freudenberg und Maienfeld) verpfändeten laut Urkunde, «tat. Ravensburg 1403,die Grafen Albrecht mit seinen Vettern (Bruderssöhnen) Rudolf und Hugo um5500 U an Herzog Leopold auf Wiederlösung mit dem, daß diese erst nach fünfJahren und mit 6000 U geschehen soll'). Daß Bludenz mit Montafun an Her-zog von Oestreich verkauft wurde, hierin stimmen alle Geschichtsschreiber überein,nicht aber über die Zeit, wann dieses geschah. Nach Tschudi, I. Bd., S. 484,kauft Herzog Leopold von Oestreich die Herrschaft Bludenz und Montafun im Jahre1375 nach v. Lang (die alten Grafschaften in Baiern) im I. 1376 und einen nochweitem Theil im Jahre 1396, nach Zellwegers Geschichte des Appenzeller Volkes,Th. I-, S. 313, im Jahre 1384, und nach Zeilers Okron. psrv. Susviso,S. 616 im I. 1413. Keine dieser Angaben ist richtig. Nach einer Urkunde imk. k. östr. g. Archiv, «tat. Enstsheim den 5. April 1394 verkauft Gr. Albrechtvon Werdenberg den Herzogen von Oestreich Burg und Stadt Bludenz, die FestePürs, St. Peter und das Thal von Montafun um 5000 Fl., falls er ohneErben mit Tode abgehe, hinterläßt er Erben, so sollen die Herzoge obige Summeals Satz darauf haben und diese Güter von ihnen zu Lehen gehen. In Folge diesesVerkaufs stellt Herzog Leopold für sich und seine Brüder zu Baden den 9. Septem-ber 1394 einen Schuldbrief dem Gr. Albrecht mit 4000 U Konstanzer Pfennigaus und verleiht ihm am nämlichen Tage, weil er ihm vorzugsweise seine Besitzun-gen zu kaufen gegeben, die Burghut der östreich. Festen in Feldkirch und Fußachmit jährlich 400 U Konstanzer Pfennig so lange er leben würde. Doch blieb Gr.Albrecht im Genusse und Besitze der verkauften Herrschaften, wie er denn den Für-sten von Oestreich den 11. Sept. 1394 zu Baden gelobt, Feste und Stadt Bludenz,die Feste Pürs, Montafun und die Festen Alt- und Neuschellenberg ihnen stetsoffen zu halten. Eben so bescheint Gr. Albrecht zu Feldkirch den 3. Nov. 1397den Empfang von 3000 U. in Gold, welche ihm an der Kaufsumme von Bludenzder östreich. Vogt, Joh. Stöckli zu Feldkirch, in drei Jahrterminen haar bezahlthabe2). Auch noch andere minder bedeutende Veräußerungen fanden statt, soZwingenstein die Feste, der Hof Widnau, der Reichshof zu Lustenau und andere

') Tschudi, I. Bb. S. 618. Nrk.

2) S. Lichuowsky, Reg. zum !V. Bd. Z- 2401, 2432, 2433, 2434 u. V. Bd.Z. 196.