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Gefalle im Jahre 1395 an den Ritter Ulrich von Embs um 5300 U italienischeHeller *) Eglofs von Albrecht dem ältern an Gr. Wilhelm von Montfort zu Tett-nang, wie des letztem Reversbrief vom Dienstag vor Lichtmeß 1416 zeigt (Orig.-Urk. im Fürstl. Fürstenb. Archiv), dann die beiden Festen Schellenberg an denselbenGr. Wilhelm von Montfort (1412)2). Dem Domstiste zu Chur überließ Gr.Albrecht zu Bludenz die Zehnten zu Bludenz, Montafun und Pürs im 1.1395^).Dagegen räumte dem Gr. Albrecht sein Vetter (Reffe), Gr. Rudolf von Werden-berg, die Festen Werdenberg, Freudenberg und Trums durch Schulden nothgedrun-gen ein, wie ersterer zu Ensisheim den 7. Juni 1398 dann gelobte, alle die vonseinem Neffen gegen die Herzoge von Oestreich eingegangenen Verpflichtungen zuerfüllen, sowie mit allen Schlössern und Gütern, welche ihm aus der Verlafsen-schaft seines Schwagers, des Gr. Heinrich von Schaumberg, als Erbsantheil zu-fallen würden, den Herzogen gewärtig zu fein und ihnen den Verkauf zu gestatten^).
Um diese Zeit lebten von den vier Söhnen Albrechts des ältern nur noch diebeiden Albrecht, ersterer Herr zu Bludenz, der andere Herr zu Heiligenberg, diebeiden andern waren gestorben, Hugo im I. 1389, Heinrich im I. 1392. Uebri-gens gestalteten sich die Verhältnisse der Werdenberger immer bedenklicher und schwie-riger. Umfaßt von der einen Seite von der überwiegenden Macht der östreich. Her-zoge, welche, im Besitze von Tyrol, immer vorwärts der Schweiz zu sich drängten,auf der andern Seite die Eidgenossen, welche, in stetem Kampfe mit ersteren, die-selben von sich zu entfernen und abzuhalten suchten. Besonders war die Lage desallmälig alternden Albrecht, als Herrn von Bludenz und Montafun, gefährdet.In dieser seiner so bedenklichen Lage suchte er sich eine Stütze in der Liebe seiner Un-terthanen zu verschaffen, ein Bestreben, welches seinem Geiste und Herzen Ehremacht und wohl das bestberechnete Mittel ist, die Macht eines Fürsten groß undstark zu machen. Er ertheilte daher seinen Blndenzern und Montafunern, sowie
1) Die Urkunde dieser Verpfändung ist den 20. April 1395 zu Lindau von dem Gr.Albert zu Heiligenbcrg und den drei Brudern, Heinrich, Hugo und Rudolf zu Rheineggausgestellt und enthält als Pfandgegenstände: Zwingenstein die Feste, den Hof Widnau,die Weingärten zu Haslach und 80 U von den Steuern zu Altstcttcn, Marbach undBernang, dann den Reichshof zu Lustenan. Merkles Vorarlberg, n. Abth S. 83.
Cop.-Urk. im k- Siaatsarch. zu Stuttgart. — Am nächsten Montag vor Allerhei-ligen 1412 verkauft Gr. Albrecht von Werdenberg der ältere, Herr zu Bludenz, an sei-ner Schwester Tochtermann, Gr. Wilhelm von Montfort zu Tettnang zur Abwendunggrößeren Schadens um 3846 Fl. 4 ß. „unser zwo Vestina und Burgstal an den Eschiner-berg gelegen, die man nempt die ain die nuwen Schellenberg nnd die ander die altenSchellenberg" und was darzu gehört. S. Anhang Nr. 171.
2) Merkles Vorarlberg, U. Abth. S. 247,
H I. o. Bd. V. Z. 232 u. 233.