Buch 
Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
Seite
250
JPEG-Download
 

250

fest erhalten werden sollte». Gr. Albrecht stand, wie wir oben gesehen, mit denöstreich. Herzogen in vielfacher, größtentheils freundschaftlicher Verbindung. Anden Herzog Leopold, welcher bei Sempach erschlagen wurde, hatte er Anforderun-gen , wie er dann diese von Herzog Albrecht erhalten zu haben zu Schaffhausen den2. Nov. 1387 bescheint. Aber auch später erhob Gr. Albrecht Ansprüche an Her-zog Friedrich den ältern, da ihm die bei dem Verkaufe von Bludenz (1394) zuge-sicherten jährlichen 400 für die Burghut zu Feldkirch und Fußach »von solcherfachen wegen, wie sich den in weylant Hrn. Heinrich von Rotemberg, meinesAhdams kriegen zwischen verlauffen hetten" nicht waren ausbezahlt worden (1413).Dessen ungeachtet blieb Gr. Albrecht sich und seinem Charakter getreu, ein Freundund treuer Diener des Herzogs Friedrich, besonders in dessen Unglücke, als er vomKaiser geächtet, vom Conzil gebannt, von seinen alten Freunden verlassen, selbstvon seinem Bruder, Herzog Ernst bedroht, in Tirol bei den pslichtgetreuen Land-leuten umherirrte. Wie sehr sich Gr. Albrecht damals seines unglücklichen Herrnangenommen, beweist eine Urkunde vom 23. Februar 1418, «tat. Konstanz, indemsich Kaiser Sigismund veranlaßt sah, den Räthen des Herzogs Friedrich im Allge-meinen sicheres Geleit zu geben, um an seinen Hof kommen zu können, und sich die-ses Geleit besonders auf Gr. Albrecht von Werdenberg zu Bludenz erstreckt und die-sen persönlich benennt i).

Sein Todesjahr ist unbekannt, im 1.1418 erscheint er noch in einer Urkunde,im I. 1420 bestätigt Herzog Friedrich als Herr von Bludenz und Montafun denBewohnern ihre alte Rechte und Freiheiten, zwischen 1418 und 1420 fällt dahersein Sterbetag. Mit seiner Gattin Ursula von Schamberg oder Schaumberg erzeugteer mehrere Kinder, welche aber vor ihm starben. Das Trochtelfinger Seelbuchschreibt Gr. Albrecht von Werdenberg, Herr zu Bludenz, Ursula von Schamberg,seine Gemahlin und Gr. Johann, sein Sohn.

Gr. Albrecht der jüngere, Herr zu Heiligenberg, starb im 1.1413 oder 1414,wie der nächste Paragraph nachweist. Im I. 1399 verwandelte derselbe mit seinerGattin Anna 2), Gräfin von Montfort, das alte Augustinerkloster zu Bettenbrunnin ein Kollegiatstift mit einem Probst und drei Kanonikern- Gr. Albrecht selbst

-) S. Lichnowsky, Reg. zum V. Bd. Z. 1408, 1776, u. V. Bd. Z. 2092.

2) Diese Anna von Montfort war eine Schwester der Agnes von Montfort, der Ge-mahlin des Gr. Heinrich von Werdenberg, Albrechts Bruder. Dieser beiden SchwesternBruder und Vater hießen Rudolf von der Feldkircher Linie der Montforte. Unterm30. Juni 1378 verzichtete» beide aus ihre väterliche und mütterliche Erbschaft zu Gunstenihres Bruders Rudolf. Wiener St.-Archiv.