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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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aufgaben, Rheinegh mit aller ihrer Zugehordt, und auch die Vogtey in dem Rhin-thal^) und gaben auch über sich selbert vcrsigelt Brieff Niemand darauß zu vehen(gefangen zu nehmen) weder Herren, Ritter noch Knecht, die darzue geholfen odergerathen hettendt." Dabei scheint eine Abfindungssumme festgesetzt worden zu sein,welche an die Grafen von Werdenberg zu bezahlen war, wie dann Gr. Rudolf den30. Mai 1397 dem Herzog Leopold den Empfang von 400 As Konst. Pf. an derAblösungssumme des Guts zu Sevelen bescheint^).

Ganz natürlich waren Rudolf und sein Bruder, Gr. Hugo, damit unzufrie-den, wie es auch aus einer Urkunde von 1400 hervorgeht. Im I. 1396 im Au-gust fand ein Auflauf in Lindau statt, wahrscheinlich kamen Herzog Leopold daselbstmit den Grafen von Werdenberg zusammen und es kam hierbei zu Erörterungen,welche zu einem Auflauf, wohl gar zu blutigen Handeln Anlaß gaben^). Letztereaber, als die Schwächeren und noch in Fehde mit Chur und Sarganz begriffen,mußten diesen Handel auf sich beruhen lassen; doch scheint Hugo damals schon ge-sucht zu haben, durch Verbindungen, die er anknüpfte, sich nicht nur für die Zu-kunft sicher zu stellen, sondern auch den Weg anzubahnen, das Verlorene wieder zuerwerben. Er sowohl als sein Bruder Rudolf neigten sich von da mehr auf dieSeite der Eidgenossen und der Graubündtner, beide Oestreich abgeneigt und feindlichgesinnt. Beide verbanden sich am Samstag vor St. Martinstag 1400^) zu Cästrismit Ulrich Brun, Frech, zu Rhäzuns, Hans, Heinrich und Ulrich dem Jungen,seinem Sohne, mit Albrecht, Frech, zu Sar in Masor, Hrn. zu Lugniz und inder Grub, mit den Gemeinden des obern Bundes, auch mittelbar mit den Eidge-nossen der Waldstätte (den Schwyzern). Der Inhalt dieses Bundesbriefes gingzwar vorerst dahin, daß sie sich gegenseitig gegen alle feindlichen Angriffe schützenund die Ruhe im Lande selbst erhalten wollten, weßhalb auch ein Jeder der Ver-bündeten, dessen Dienern., der glaube, es sei ihm Unrecht geschehen, sein Rechtvor dem Gerichte des Angeschuldigten suchen und weitere Anstünde auf den in Jlanzabzuhaltenden Bundestag gebracht werden sollen. Dabei sprechen aber die hier Ver-bündeten auch noch besonders von der Hülfe, welche sie den beiden Brudern vonWerdenberg leisten wollen und versprechen:das sy des Iren das Jner vormals ent-wert ist, herwiderumb gewunet, mit unser obgenannt Hern und Aidgenossen Hilff

r) Den 30. August 1404 zu Ensisheim gab Herzog Friedrich seinem Rath und DienerHerrmann Gremlich die Feste Rheinegg zu verwesen und versprach ihm für die Burghut jähr-lich 400 U Hl.

2) Lichnowskys Reg. zum V. Bd. Z. 167.

Tschudi, I. Bd. S. SOS und Zellweger, l. Th. S. 313.

') S. Anhang Nr. 147.