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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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und Rat" ihnen, den Werdenbergern, zum Voraus verbleiben soll, währenddie etwa weiter zu erobernden Orte allen gemeinschaftlich gehören sollten. DieserBund soll den ältern Bündnissen mit den Waldstätten (den kleinen Kantonen derSchweiz) und dem Kloster Disentis unnachtheilig sein. Um nun dieses Bündnißnoch fester dadurch zu knüpfen, daß der Keim zu neuen Zerwürfnissen zwischen denGrafen Rudolf und Hugo, als Kasten - und Schirmvögten, und dem Kloster Di-sentis gänzlich zerstört werde, kam man in letzterem Kloster zusammen, 21. April1401, und Abt Johann, die Seele des obern oder grauen Bundes, vermochte dieWerdenbergischen Brüder, gegen den Empfang von 1000 Fl. auf alle ^chirm-nnd Vogtrechte zu verzichten ^). Aber auch mit den Seestädten suchte sich Gr. Ru-dolf zu verbinden, wie er dann zu Lindau für sich und seine Leute zu Weiler undSchaitegg das Bürgerrecht nachsuchte und auf 3 Jahre mit dem erhielt, daß er ver-sprach, jährlich 23 Fl. Steuer zu bezahlen und sie sich gegenseitig zu schützen undzu helfen versprachen, doch mit der Beschränkung, daß Gr. Rudolf i» der hierüberausgestellten Urkunde bezeugt, diese Hülfe solle sich nur auf obige Herrschaften,nicht aber, »was er anderer fachen wegen zu schaffent habent, darinnen sind st unsnicht; gebunden" sein sollen^). Auch gewann Gr. Hugo die Gunst des neuen Kai-sers Rupert in einem so hohen Grade, daß er ihn (1402) zu seinem Landvogte inOberschwaben ernannte^). Da nun auch durch die Vermittlung des Gr. Heinrichvon Montfort (1399) die Fehde der Werdenberger unter sich gänzlich ausgeglichenwar, so hielten wohl Gr. Rudolf und Hugo die Zeitverhaltnisse für so günstig, daßsie neue Unterhandlungen mit dem Herzog von Oestreich wieder anknüpfen zu könnenglaubten. In Folge dieser Unterhandlungen überließen die beiden Grafen Hugound Rudolf die Feste Freudenberg und den Kirchensatz in Maienfeld (1403) anOestreich, verlangten aber, besonders Gr. Rudolf, die Zurückgabe von Rheineggund dem Rheinthale, zugleich erneuerte er seine Ansprüche an Feldkirch. Wie dannlt. Urk., üat. Jnspruck den 29. Juli 1401, Gr. Rudolf v. Werdenberg für sich undseine Brüder, Hugo und Heinrich, und seine Vettern und Oheime, die Gr. Heinrichvon Montfort-Tettnang, Gr. Albrecht von Werdenberg zu Bludenz, Gr. Albrechtvon Werdenberg zu Heiligenberg und Peter von Hewen auf den Herzog Leopold inihrem Streite mit Herzog Friedrich wegen Rheinegg, dem Rheinthale, Altstetten,Zwingenstein, dem Bregenzerwald, alles ihres mütterlichen Erbes und den Forde-rungen an das Bisthum Chur kompromittiren §)

H LicNNorn, List. Lxise. Cartons. I>. 24t».

2) Orig-Urk. der Stadt Lindau am Freitag nach Lorenzi 1401.

0 Orig.-Urk. im Fürstl. Fürstenb. Archiv. Anh. Nr. 162.

'') Lichnowskys Reg. zum iv. Bd. Z. 469 und 634. Doch auch auf diese Besitzungen