Buch 
Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
Seite
257
JPEG-Download
 

257

er

M)

> 4 )

oor

md

ihn

der

der

um

M

den

8e-

rlö-

02

che.

aus

ige-

!1Z.

nkel,

S»

vrich

diese

Rü-

dem

rung

San-

de»

den-

und

wie-

Als

tigen

fort,

berg,

Die

von

Le»-

-rge-

ei» Schritt, wozu ihn nur die Verzweiflung und der heiße Durst nach Rache ver-leiten konnten. Er trat da vor die versammelte Gemeinde der Landlente und hieltnach Joh. v. Müller (II. Bd. 7. Hauptst.) folgende Rede an sie:

brachten Rechte und Freiheiten, hatten sie schon früher Anstünde mit dem Kloster, welche aberimmer wieder gütlich ausgeglichen wurden. Nach dem Tode des Abts Georg (1379) wurdeCuno von Staffeln zum Able in St. Gallen erwählt, ein rauher, herrschsüchtiger Mann,welcher, eifersüchtig auf die Rechte seines Klosters, das seinem Verfalle nahe war, die Ein-künfte desselben auf jede Weise zu vermehren suchte. Dabei war er hart gegen den Landmannund gab diesen seinen Günstlingen und Beamten Preis, auch machte er sich bei dem Adel undden Stadtbürgern verhaßt. Hierzu kam, daß die Sache der Waldstätte bei Sempach (138V)obgesiegt hatte, wodurch nicht nur der Freiheitssinn bei den Gebirgsbewohnern geweckt, son-dern auch von ersteren öffentlich und heimlich genährt und unterstützt wurde. Alles diesesmußte zu Zerwürfnissen führen, welche sich zuerst durch ein Bündniß offenbarten, das dieStadt St. Gallen mit den Landleutcn von Appenzell gegen den Wille» des Abtes schloß.Abt Cuno verließ sich hierbei auf die Hülfe der sog. 10 Seestädte, deren Bund er angehörte,da er Bürger zu Lindau, sowie der Stiftsprobst Bürger zu Konstanz geworden war. Wirklichvermittelten auch die Seestädte und brachten es dahin, daß der Bund zwischen der Stadt St.Gallen und den Landlcuten aufgehoben und die Streitpunkte gütlich ausgeglichen werden soll-ten (Spruchbrief, «Ist. Ravensburg 2. November 1402). Da aber die Landleute von Appen-zcll diesen Spruch nicht annahmen, wollte der Städtebund sie mit Gewalt hierzu zwingen,allein das Bundesheer wurde von den Appcnzellern mit Hülse der Schwyzer und einigen Zusic-hern aus Glarus den 15. Mai bei Spicher gänzlich geschlagen. Die Appenzeller benutztendiesen Sieg, um durch Einfälle in die-Nachbarschaft einerseits ihre Macht zu verstärken, an-derseits, um ihre Feinde zu beschädigen. Noch einmal trat der Bund der Seestädte in dasMittel, allein ihre gutgemeinten Versuche scheiterten an dem Stolze des Abtes, welcher sichauf die ihm zugesicherte Hülfe des in dieser Gegend übermächtigen Herzogs Friedrich vonOestreich sowie des Adels der Umgegend stützte, sowie die Appenzeller auf ihr bisheriges Waf-fcnglück sich verließen und keine ihnen auch nur scheinbar lästigen Bedingungen gefallen lassenwollten. Hierzu kam noch, daß, als die Appenzeller einen Bund mit den sieben Kantonennachsuchten, fünf zwar denselben aus Rücksicht gegen Oestreich verweigerten, Schwy; ihn aberabschloß und ihnen Hülfsvölker zusendete, was unter der Hand auch GlaruS that. So wares keinem der kriegführenden Theile ernst, einen Frieden zu schließen, und die Seestädte, desKrieges sowie der ferneren Unterhandlungen müde, zogen sich zurück und schloffen endlich den23. April 1404 mit den Appenzellern für sich einen Frieden. Um diese Zeit nahm sich HerzogFriedrich des Krieges mit Ernst an. Er verband sich nicht nur mit dem Abte Cuno, sondernauch mit dem Adel des Thurgaus, mit den Montfortern, Toggenburgern und mehreren andernund rüstete sich mit allem Ernste zum Kriege, wozu er seine ganze Macht aufbot, um nichtnur den Aufstand der Appenzeller gewaltsam zu unterdrücken, sondern auch sich den Besitz derLänder zu sichern, die er theils von seinen Ahnen ererbt, theils später in dieser Gegend erwor-ben hatte od^r noch bei dieser Gelegenheit zu erwerben hoffte. Zudem sah er diesen Krieg alseine Ehrensache an, da er, als das fürstliche Haupt des Adels, denselben gegen die Landleuteschützen zu müssen glaubte. Es war ein Krieg um Grundsätze, das Fürstenregiment stritt mitder Volksregierung. So waren die Verhältnisse gestaltet, als Gr. Rudolf von Werdenberg zuden Appenzellern floh, um persönlich an den Ereignissen dieses Krieges Theil zu nehmen.

17