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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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von Tek, Gr. Hans von Habsbnrg-Laufenburg, Gr. Eberhard von Werdenbergund Sigmaringen u. a. »i. Der Bund ob dem See mußte sich auflösen, der durchden Krieg entstandene Schaden gegenseitig aufgehoben, sowie das Eroberte zurück-gegeben werden. Mehrere Streitfragen, sowie zwischen den Appenzcllern und demKloster St. Gallen rc. wurden auf den wettern Ausspruch des Kaisers ausgesetzt.Auch die Ansprüche Gr. Rudolfs von Werdenberg an Oestreich hatten diesesSchicksal. »Und in dieser Richtung sezten wir hindann den edlen unsern lieben ge-trüwen Graust Ruodolff von Werdenberg von sölicher Zuspruch, wegen so er zudem vorgenannten unserm Sone Herzoge Friedrich von Gotz Gnaden Hertzog undder Herrschafft zu Oestreich meynet zu hän." Es wurden auch wirklich mit dem Gr.Rudolf sowie dessen Bruder Hugo und dem Gr. Albrecht d. j. zu Heiligenberg Un-terhandlungen angeknüpft, Gr. Albrecht, wohl um einen günstigeren Erfolg zuerzielen, versprach zu Jnspruck den 1. Nov. 1409 für sich, seinen Bruder und diebeiden Grafen Rudolf und Hugo dem Herzog Friedrich, ihm mit seiner Feste Heili-genberg gewärtig zu sein. Allein die Sache wurde hingehalten, da im Herbste 1410die Brüder Rudolf und Hugo noch eine Anforderung von 8000 Fl. an den HerzogFriedrich machten und auf des Herzogs eigenen Bruder, Ernst, kompromittirten,wobei die Feindseligkeiten, welche besonders Gr. Hugo im Rheingau gegen Oestreichausgeübt hatte (s. unten), ausgeglichen werden sollten.

Nur ungern und nur auf Zureden der Schwyzer nahmen die Appenzeller diesenvom Kaiser vorgeschlagenen Frieden an, in welchem das Rheinthal, soweit esOestreich gehörte, auf zwei Jahre ihnen überlassen blieb. Gr. Rudolf, als derSchwächere, wurde später fast ganz vergessen und seinem Schicksale überlassen. Ihmblieben nichts, als seine Ansprüche an Werdenberg und der gemeinschaftliche Besitzmit seinem Bruder von Wartau, welches ihnen ihr Oheim, Gr. Albrecht d. ä. zuBludenz eingeräumt hatte. Geldnoth zwang ihn aber, auch letzteres den 12. April1414, und zwar mit Zustimmung seines Bruders Hugo und seiner Gattin um2300 As Konstanzer Pf. an den Gr. Friedrich von Toggenburg zu veräußern, wo-bei jedoch die beiden Brüder für sich und ihre Erben das Einlosungsrecht vorbehiel-ten 2). Im nämlichen Jähre, den 2. Mai, versetzten sie demselben Gr. Friedrichvon Toggenburg zur Wehrschafr obigen Kaufes »alle die Rechtung und Eigenschafft,so wir beyde gemeinlich, oder unser jetweders besonders Hand an der Herschafft Vesti

Die Gemahlin des Gr. Rudolf von Werdenberg war Beatrix, eine Tochter desGr. Heinrich von Fnrstenberg und der Gräfin Sophia von Zollern. Sie erhielt 4000 AsAussteuer, welche ihr Gr. Rudolf auf Werdenberg und Wartau versicherte und mit ebenso viel widerlegte. E. v. MünchS Geschichte des Hauses Fnrstenberg. I. Bd. S. 356.

2) Bei Tschudi l. Bd. S. 675 n. 676 finde» sich diese Urkunden.