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mehr auffallen muß, da Rudolfs Schwiegervater, der mächtige und kriegerischeFreih. Donat von Vatz (s. oben I. Abth. §. 4.) der eifrigste Anhänger des KaisersLudwig war, ja sie schloffen sich inniger und fester an den Herzog Leopold, des un-glücklichen Friedrichs ritterlichen Bruder, an, der nach der Gefangennahme desselbenden Kampf fortsetzte, um mit Waffengewalt seinen Bruder zu befreien. Doch standGr. Rudolf und sein Bruder Hartmann mit dem Donat, Freih. v. Vatz, damalsnicht auf dem freundschaftlichen Fuße, wie ein Absage - und Fehdebries derselben anHubert von Salis vom 21. März 1321 beweist. Sie erklären nämlich diesem dieFehde, weil dessen Sohn und Vetter dem Donat von Vatz in der Fehde mit remBischof von Chur beigestanden seien.
Im I. 1324 zu Vruk verspricht Herzog Leopold , den Grafen Rudolf undHartmann 500 M. S. zu bezahlen, dagegen sollten sie „ihme gegen Kaiser Ludwi-gen und seine Helfer 20 wol gebutzter Helm den Krieg aushalten: sollten auch ihmeund seinen Diener ihre Schlvßer in Churwahlen.... und andern zn allen ihren Nö-then offen halten/' Hier erscheint noch Gr. Rudolf mit seinem Bruder Hartmanuals selbstständige Herren und Verbündete der Herzoge von Oestreich, welchen sie we-sentliche Dienste in diesen Gegenden leisteten. Nach dem Tode des Herzogs Friedrichvon Oestreich söhnten sich die beiden Brüder, Rudolf und Hartmann, mit demKaiser Ludwig aus. Im I. 1336 überläßt letzterer dem Gr. Hartmann und wahr-scheinlich auch dessen Bruder, dem Gr. Rudolf, die Reichssteuer der Stadt Zürich,wenigstens quittiren beide Brüder im nämlichen Jahre den Empfang von 600 Fl.,welche sie von der Stadt Zürich als Reichsstener empfangen haben. (Urk. in demStadt-Arch. zu Zürich.)
Hoch stieg sie Macht und das Ansehen des Gr. Rudolf, als sein Schwieger-vater, der reichbegüterte Freih. Donat von Vatz, im I. 1330 starb. Dieser Frei-herr besaß theils als altes Erbe seines Vaters Walter, theils durch ihn erworben,denn er war ein listiger und kriegerischer Mann, welcher, unterstützt von seinenUnterthanen, die ihn fürchteten und liebten, das W.irren dieser Zeiten wohl be-nutzte, um seine Besitzungen zu vergrößern 2), Meienfeld, Brättigau mit Sewisund Castels, Marschlins und Solavers, Schansik, Davos, Belfort, Straßbergmit Churwalden, Ortenstein, Schlewis, Trüns, Loar, Thusis, den Heinzenberg,Saffien, Tschappina, Schambs, Bärenburg, Rheinwald und Vatz. Donat vonVatz hinterließ zwei Töchter, Kunegund, welche mit Friedrich von Toggenburg,
>) S. Nrk., «Ist. Bruk am Mittwoch vor St. Bartholomäustag 1324, bei TschudßTh. I. S. 301.
-) Joh. v. Müller, II. Bd. 1. Hauptst.