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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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sollten. Da aber daS Land sich gegen Karl erklärte und dieser abzog, so unterbliebauch dieser Zuzug des Hartmanns und Rudolfs. Im folgenden Jahre (1343) ge-rieth Gr. Hartmann in eine Fehde mit dem Gr. Ulrich von Montfort, indem er alsInhaber des Zolls zu Egg bei Stuben letzter»! die Zollfreiheit für diesen und seineLeute verweigerte i). Doch wurde diese Fehde durch ihre beiderseitigen Freundegleich beigelegt. An Geist, sowie durch die Vatzifche Erbschaft an Macht und An-sehen , war ihm sein Bruder Rudolf überlegen. Er schloß sich daher auch ganz andiesen seinen Bruder an und nahm an allen seinen Fehden und Verbindungen thäti-gen Antheil. Im I. 1348 verkaufte Gr. Hartmann seine Besitzungen im Brättigauan den Gr. Friedrich von Toggenburg 2). Den 16. Sept. 1381 unterschreibt erals Zeuge einen Revers, welchen Gr. Hugo von Landenberg und Siegfried derThumb ausstellen, in welchem sie erklären, daß die Feste Jagdberg, so ihnen vonden Montfortern verpfändet war, bis zur Ablösung der letzteren offen stehen soll.

Graf Hartmann scheint zu Ende des Jahres 1354 gestorben zu sein, da seineSöhne im I. 1355 die Besitzungen ihres Vaters im Wallgau und Sonnenberg mitihrem Schwager, dem Gr. Albrecht von Werdenberg zu Heiligenberg theilen, auchobiger Gr. Albrecht und Gr. Rudolf, Hartmanns Bruder, als Vormünder derKinder des letztem in einer Urkunde Donnerstag vor St. Urban 1355 aufgeführtsind 3).

Hartmann hatte die Schwester des Gr. Rudolf von Montfort zu Feldkirch zurFrau, wie dann letzterer in einer Urkunde von 1375 den Grafen Heinrich, denSohn des Hartmanns, seiner Schwester Sohn nennt.

Gr. Hartmann hinterließ drei Söhne, Hartmann, Rudolf und Heinrich.

§. 9 u. 10.

Die Söhne des Gr. Hartmann in. Die Grasen Hartmann IV. , Nudols IV.und Heinrich VIII. von Werdendrrg-Sargans zn Vaduz.

(1354 1416.)

Von den obigen drei Söhnen zeichnete sich der Gr. Hartmann, ein thätiger,leidenschaftlicher und kriegerischer Mann, aus, welcher in der Geschichte seiner Zeit

1) Merkes Vorarlberg, II. Abth. S. 258, und III. Abth. S. 139.

Die Urkunde ist den 15. November 1348 zu Wesen ausgestellt. Nach derselbenverkauft Gr. Hartmann für sich und seine Erben an den Gr. Friedrich von Toggenburgdie Grafschaft mit allen Lehen, Rechten rc., die da genannt ist im Brättigau, mit allenRechten, die er von Aspermont und seinen Vorfahren von Frangenstcin bis Dalvaz besitzt.Mitsigelt sein Bruder, Gr. Rudolf. S. Schweizerische Geschichtsforscher, I. Bd. 2. Hft.

2) Stadtarchiv zu Bregenz.