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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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Ulrich von RhäzunS, eS sei ihm Unrecht geschehen und griff neuerdings zu denWaffen und setzte die Fehde fort, in welcher die Landleute zu Glarus, der AbtJohann von Disentis, die Freih. v. Sar und fast der ganze Adel des Oberlandesseine Helfer waren. Erst im I. 1394 wurde diese Fehde beigelegt*). Den Friedenstiftete zu Sargans Gr. Hans von Werdenberg zu Sargans, ein Vetter des Bi-schofs und auch Schwager des Ulrich Brun von Rhäzuns. Nach dem Friedens-brief handelte es fich über die beiderseitigen Rechte in Domletsch und der Schirm-vogtei über das Kloster Katzis. Wohl mochten die Streitigkeiten, in welche derBischof Hartmann um diese Zeit mit seinen eigenen Verwandten, den Grafen vonWerdenberg zu Werdenberg, Bludenz, Heiligenberg und Rheinegg, sowie mit demGr. Ulrich von Kirchberg zugleich verwickelt wurde, ersteren bestimmt haben, diesenFrieden einzugehen. Schon vorher war Bischof Hartmann (3. Sept. 1392) miteinem gesammelten Heere ausgezogen, besetzte das Vinstgau und das Münsterthal.Zu gleicher Zeit griff Bischof Hartmann die Freih. von Matsch an, plünderte undverheerte die Güter derjenigen, welche er feindlich gegen sich gesinnt zu sein glaubte,verbrannte mehrere Häuser und Stadel, die zu den Festen Rnhenberg und Churberg,Eigenthum der Herren von Matsch, gehörten, ließ sich im I. 1393, nachdem erdem Kloster Münster seine Rechte bestätigt hatte, von den Unterthanen als Schutz-vogt und Landesherr huldigen, zog im April 1394 gegen Pußlav (Puschavio), wel-ches die Herzoge von Mailand erobert und schon mehrere Jahre besessen hatten, nahmdie Feste mit. Gewalt ein und besetzte das Thal mit seinen Leuten. Gr. Ulrich vonMatsch zu Kirchberg schickte ihm deßhalb einen zu Churberg unterm Samstag vorAndreas 1394 gefertigten Absagebrief zu, in welchem er den Bischof großer, anihm verübter Ungerechtigkeiten beschuldigt ^). Allein der Bischof setzte den Kriegfort und zwang auch die Freih.'von Mätsch, ihm die Festen Remuß und Greiffen-stein abzutreten, welche diese als ein Lehen des Bisthums Chur bisher inne hatten,bezahlte ihnen aber, um sich sicher zu stellen, 2500 Mark Berner Währung, da-gegen mußten ihm aber auch die Freih. von Mätsch die Vogtei über das Kloster imMünsterthale förmlich abtreten, mit welchen letztem er ein Schutzbündniß auf10 Jahre errichtete. Zur Schirmvogtei half ihm übrigens Herzog Albrecht vonOestreich selbst, welcher, als Herr von Tyrol, den 6. Januar 1393 zu Wien eineeigene Urkunde ausstellte, in welcher er die Uebertragung der Schirmvogtei an denBischof von Chur gut hieß und bestätigte. Siegreich hatte Bischof Hartmann diesenKampf bestanden, sein Ansehen schien befestigt, was er für das Bisthum eroberthatte, war nicht unbedeutend, doch genügte es ihm noch lange nicht. Dem Bis-

') S. Anhang Nr. 137.

2) Merkles Vorarlberg, M. Rbth. E. 143.