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gelang eL dem Bischof Hartmann mit dem Abt Perer zu Disentis, dem Donat undden übrigen Herren von Sar zu Masor, den Bewohnern des Lugnitzer und JlanzerThales, denen von Grub rc., welche alle Mitglieder des grauen Bundes waren.Diese alle machten nämlich Ansprüche an die von Rhäzuns und glaubten nun mitHülfe des Bischofs von Chur und seiner alten Freunde diese jetzt geltend zu machen.Doch stand, besonders dem Bischof Hartmann, die Macht Oestreichs entgegen,denn noch dauerten die Zerwürfnisse zwischen ihm und dem Herzog Friedrich. Zuschwach, selbst mit seinen Verbündeten, die Macht Oestreichs und dessen Anhangmit Erfolg im offenen Kriege zu bekämpfen, nahm Bischof Hartmann zu den geist-lichen Waffen seine Zuflucht. Gegen den Herzog Friedrich erkannte er geistlicheCensuren und schleuderte selbst den Bannstrahl gegen ihn (1412). Allein dieseWaffen galten schon damals nur für die Schwachen; ein Herzog Friedrich achteteihrer so wenig, daß er auf sie keine Rücksicht nahm. Zu dem Vollzüge dieserStrafen wollte sich Niemand hergeben. Nun wendete sich Bischof Hartmannwieder gegen Ulrich von Rhäzuns und dessen Verwandte. Allein diese, von demGrafen Friedrich von Toggenburg unterstützt, auf den sie, sowie auf Jtal Reding,Ammann von Schwyz, und Eggel von Glarus Recht geboten hatten, über alleAnsprüche, welche gegen sie (die Rhäzuns) erhoben wurden, wendeten sich laut Ur-kunde vom Montag nach Jnvocavit 1413 an den Landammann und Gemeinde zuGlarus, mit dem, wie wir oben gesehen, der graue Bund im Landrechte stand.Die Glarner nahnien sich dieses Handels an, mahnten die obgenannten Verbündetendes Bischofs ab bei ihren Eiden und alten Bündnissen von allen Angriffen auf dievon Rhäzuns und schickten ihre Boten nach Graubündten, welche» es auch gelang,die Parteien auszusöhnen und wieder zu vereinigen. Nun sollte es dem Gr. Frie-drich von Toggenburg gelten. Bischof Hartmann unterhandelte deßhalb besondersmit dem Abte Peter von Disentis und dem Gr. Hugo von Werdenberg. AlleinGr. Friedrich wandte sich gleichfalls an die Glarner (laut Brief öom 3. Mai 1413)und diese traten auch diesmal als Vermittler auf und bewirkten, daß die Feindselig-keiten unterblieben. Im August d. I. kam Kaiser Sigismund selbst nach Chur,um von da mit den Eidgenossen um ihre Beihülfe zu unterhandeln, die sie ihm ge-gen den Herzog Philipp von Mailand leisten sollten. Hier nun nahm der Kaiserden Bischof und das Bisthum in seinen und des Reichs Schutz und genehmigte es,daß die Glarner die noch obschwebenden Anstände zwischen dem Bischöfe und denFreiherren v. Rhäzuns als Schiedsrichter austragen sollten. Nun endlich schiender Frieden zurückkehren zu wollen und dem alten Bischof vergönnt zu sein, seine
«in Bündnis gegen Oestreich. Die Belege s. bei Lichn»wskys Reg. zum v. Bd-, Z. 1325,1340. 1345. 1346. 1349. 1350 und 1367.