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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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eingenommen, nur Feldkirch und Binden;, treu ihrem alten Herrn, widerstanden.Die Stadt Feldkirch wurde zwar mit Hülfe der Lindauer und deren von Wangenerobert, aber die Feste ob Feldkirch (Schattenburg) blieb in Händen des östr. Land-vogts und wurde erst später durch die Hülse der Züricher bezwungen. Dem BischofHartmann war aber auch hier das Glück nicht hold, er sollte sich der Niederlageseines Feindes nicht erfreuen. Von dem Östreich. Landvogt, Gr. Hans von Lupfenzu Stühlingen, wurde er aus diesem Zuge gefangen (4. Mai 1415) und fast achtMonate schmachtete er in der Gefangenschaft. Erst den 7. Dez. d. I. wurde erdurch die Vermittlung des Kaisers und seiner Freunde aus der Gefangenschaft ent-lassen und kehrte zu den Seinigen nach Chur zurück. Vorher mußte aber der Bi-schof mit dem Kapitel (10. September 1415) dem Herzog Ernst und dessen BruderFriedrich versprechen, das früher zu Chur den 24. Juni 1392 geschlossene Bündniszu halten, sowie den 26. Sept. und 1. Okt. d. I. zu Botzen die beiden bischöst.Pfleger, Panival Plant« auf Remuß und Jak. von Porta auf Greifenstein, diesebeiden Festen den östr. Herzogen offen zu erhalten. Eben so mußte er zu Hall imJnnthal den 13. Sept. 1415 den Herzog Ernst mit dem Schenkenamt und andernGütern des Hochstists Chur belehnen *).

Groß war die Freude, welche seine Unterthanen über die Rückkehr des Bischofszeigten. Allgemein sollte von nun an der 8. Dez., der Tag seiner Befreiung, alsein Feier - und Festtag im ganzen Lande begangen werden. Aber die Kraft desBischofs war gebrochen, er unterlag dem Alter und den Anstrengungen seines stür-mischen und vielbewegten Lebens und starb den 6. Sept. 1416 auf der Burg Son-nenberg. Sein Leichnam wurde nach Chur gebracht und da feierlich beerdigt 2).

So sehr sich Bischof Hartmann in diesen seinen steten Kriegen und Fehdenmehr als Krieger und weltlicher Fürst zeigte, was mit seinem Stande als geistlicherOberhirte und Seelsorger minder verträglich und angemessen erscheint und nur durchden Geist und die Sitten der damaligen Zeit entschuldigt werden kann, sosehr zeigte er stch auch von der andern Seite als ein gewandter Geschäftsmann undUnterhändler. Auch als solcher suchte er die Rechte seines Bisthums nicht nur zuerhalten und zu sicher», sondern auch für dasselbe neue zu erwerben. Sowie Hartmann

1) Lichnowsky, Reg. zum v. Bd. Z. 1587, 1589, 1591, und IV. Bi>. 1578b.

2) Der Nekrolog des BisthumS Chur (Manuscript zu St. Gallen) hat: 1416. 8vo.lüus 8ept. in lest. L. Rsssni: Ista Nie obiit Itev. in Lbristo Unter, 0. v. Ilartmannus,Lomes <Iv Versenders et 8ars»ns, Orcl. 8. lob. leros, slectus st oonlirmstij in Luise.Luriens. qul snois 28. sub muitis rixis et »usrris ssntiem strenue rsxit Leciesinm.tzui ob Nivini cuitus sugmentum Lcelss. Usroctnslem 8. lilsrlns in Unis, venusinevsiiis, msosas Lspltuii libere Sonarit.