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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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Mit dm schwäbischen Reichsstädten stand er in gutem Einvernehmen, denn alsdiese mit den Städten am Rhein den 23. Juni 1381 einen Bund schloffen*) gegenalle ihre Feinde, nahmen sie mit dem Kaiser einige Reichsfürsten, namentlichden Grafen Heinrich von Sargans, genannt von Vaduz" aus, sowie er auch alsMitglied der Vereinigung des Adels unter dem St. Georgenschild 1392 aufgeführtwird 2). 3m I. 1383 verstärkte er die Befestigung seines Wohnsitzes, der StadtVaduz. Wie wir in der Geschichte seines Bruders Hartmann horten, war er stetsauf dessen Seite. Die Fehden seines Hauses waren auch die seinigen, und nichts, selbstdas Unglück und sein eigenes Verderben, vermochten ihn vor; der einmal betretenenBahn abzubringen. Daher auch die innige Verbindung mit seinem Vetter, demGr. Hans von Werdenberg-Sarzans zu Sargans, welcher auch mittelst Spruch-brieses (1389) die Streitigkeiten verglich, die sich zwischen Heinrich und seinemGegenschwager^) (die Urkunde nennt ihn Oheim), dem Gr. Donat von Toggen-burg, oder vielmehr ihren beiderseitigen Unterthanen zu Balzers und Flüsch erhobenhatten. Laut Urkunde, 3st. Prag 22. Juli 1396, bestätigte Kaiser Wenzeslausihm den Besitz seiner sämmtlichen Herrschaften, seiner Rechte und Freiheiten. Indieser Urkunde nennt der Kaiser den Heinrich einen Grafen von Montfort, ein Be-weis, daß selbst dazumal noch die Grafen von Werdenberg auch noch Grafen vonMontfort genannt wurden ^).

Graf Heinrich war mit Katharina, einer geb. Gräfin von Werdenbcrg zuWerdenberg, vermählt. Ihr erster Gatte war Gr. Diethelm von Toggenburg,mit welchem sie den bekannten Gr. Friedrich, den Erben sämmtlicher Toggenburgi-schen Besitzungen, sowie den letzten seines Stammes, und zwei Tochter, Jtha,des Gr. von Thierstein nachmalige Gemahlin, und Clemenzia, Gemahlin Hugo IX.,Gr. zu Montfort, Hrn. zu Bregenz und Pfannenberg, erzeugte. In zweiter Ehemit dem Gr. Heinrich, erzeugte sie fünf Töchter, welche, alle verehelicht, später(1436) die Erben ihres Stiefbruders, des Gr. Friedrich von Toggenburg waren^).

1) Steinhofers Würt. Chronik, li. Bd. S. 425.

2) UucsUin 6-NsI. els AN. I3SS. dtodilium per suprs ällsinaniam Sud voxillo8. (»eorzli.

2) Der Graf Donat von Toggenburg, Bruder Dicthelms, hatte die Katharina, geb.Gräfin von Wcrdenbcrg-Hciligenberg, zur Frau, welche nach ihres Mannes Tode den Gr.Heinrich von Vaduz heirathete. (Mayenfelds Archiv-Urkunde.)

4) Diese Urkunde steht bei Tschudi, I. Th. S. 59l.

5) S. §. 9 der Geschichte der Grafen von Montfort. Einige Schriftsteller undauch Urkunden stellen die Behauptung auf, daß die fünf Schwestern von Wcrdenberg,welche den Gr. Friedrich von Toggenburg beerbten, nicht Töchter des Gr. Heinrich von