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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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Die Verehelichung deS Gr. Heinrich von Werdenberg mit Katharina, Wittwedes Gr. DiethelmS von Toggenburg, geschah vor dem I. 1386. In diesem Jahre,am Mittwoch vor Martini, erschien nämlich vor dem Landgerichte auf der offenenReichsstraße bei Feldkirch, woselbst Gr. Rudolf von Montfvrt Gericht hielt, FrauKatharina von Werdenberg zu Heiligenbcrgze disen Ziten Graf Hainrichs vonWerdenberg ze Sargans elichä Frow, mit disem, und ihrem Sone Gr.Friedrich v. Toggenburg, Gr. Diethelms von Toggenburg Sone, und och mitsinen Geschwister/' und verzichtet auf alle Ansprüche an die Toggenburgischen Güter,dagegen ihr 6000 Fl. für die Morgengabe und Heimsteuer bezahlt werden sollten.

Gr. Heinrich hatte keine männlichen Erben, er vermachte daher seine Güterdem Gr. Rudolf von Montfvrt zu Feldkirch dem jünger». Diese Vergabung aufden Fall seines Todes geschah jedenfalls vor dem I. 1379. Was den Gr. Heinrichbestimmte, obigen Gr. Rudolf zu seinem Erben zu ernennen, finden wir zwar nir-gends angegeben, doch scheint er besondere Verbindlichkeiten gegen ihn gehabt zuhaben, entweder daß er ihn selbst mit Geld unterstützte, oder aber daß er es war,welcher als Schirmvogt und Verwalter des Bisthums Chur und ehemaliger Dom-probst, dem Gr. Hartmann, Heinrichs Bruder, zum Bisthume verhalf, sowie eran dessen Vetter Rudolf, des Gr. Johann von Sargans Sohn, auch die Dom»probstei zu Chur abgetreten hatte, zudem war Rudolf der Onkel deS Gr. Heinrich,dessen Mutter eine Schwester Rudolfs war, weßhalb ersterer auch, ehe er seineHerrschaft Feldkirch an Oestreich verkaufte, diesen seinen Neffen Heinrich (1375 u.1377) zu seinen Erben eingesetzt hatte. Da aber Gr. Rudolf von Montfort Feld-kirch an Oestreich verkauft hatte, so änderte Graf Heinrich zu Vaduz mit Zustim-mung des Grafen Rudolf diese auf den Fall seines Todes getroffene Verfügung undbeide obbenannten Grafen erschienen mit dem Gr. Johann von Werdenberg-Sargansam Donnerstag vor St. Gregorstag 1379 vor dem Frech. Wilhelm von Ende,Herrn zu Grimmenstein, als er auf offener Reichsstraße bei Feldkirch im Namen desGr. Rudolfs von Montfort-Feldkirch ein freies Landgericht hielt. Hier erklärteGr. Heinrichdaß er sinen liben Vettern Gr. Hanßen v. Werdcnbcrg von Sargans,der ouch zugegen vor Gericht stand, und sinen Erben fügen und machen wölt, einsschlechten redlichen und ungefärlichen Gemächts, sin eigen Vesti, und sin Grofschafftzu Vaduz mit Land, mit Lüt und mit aller Zugehörd, und sin Vesti Nutziders,und sin Grafschafft im Wallgew, mit Lande und mit Litten und mit aller Zugehörd,und mit Namen waS er geerbt, und Im angefallen wäre von sinem Vatter sel. Gr.

Werdenberg-Sargans, sondern des Gr. Albrecht von Werdenberg zu Bludenz geweseuseien. Da so vieles für und gegen diese beiden Behauptungen vorgebracht wurde, so er-laube ich mir meine Ansicht hierüber in einem eigenen Nachtrag ausjusprechen.