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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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wurde, den letzter» ab und führte auch nach dieser Schlacht als östreich. Felvhaupt-mann, in Verbindung mit den östreich. Landvögten und dein Adel dieser Gegend,den Krieg besonders gegen die Glaruer und ihre Verbündeten fort. Oestreich besaßdamals an dem Wallensee auch die Stadt Wesen, welche, nahe den Gränzen, derGlarncr gegen diese als erster Waffenplatz diente, von wo aus die meisten Streif-züge gegen die Glarner ausgingen. Bald nach der Schlacht bei Sempach (9. Juli1386) Anfangs August d. I. mahnten die Glarncr ihre nächsten Bundesgenossen,die Züricher, Schwyzer und Urner, mit welchen vereint sie vor Wesen zogen. Den16. Aug. gelang es ihnen, den östreich. und Sarganser HeereShaufen von der An-höhe bei Wesen, woselbst derselbe sich gelagert hatte, um die Belagerung der Stadtzu verhindern, zu vertreiben, worauf die Stadt den andern Tag bestürmt und denEidgenossen übergeben wurde, welche die Einwohner auf Fürbitte der Glarner schonten.Die Eidgenossen legten eine Besatzung in die Stadt mit einem Vogt, wobei die vierKantone alle 4 Monate abwechseln sollten. Die Bürger, von welchen jevoch einTheil entfloh, mußten den Eidgenossen als ihren Herrn schwören. Gr. Hans mitden östreich. Söldnern zog sich nach Wallenstadt und Sargans zurück, von wo ausmit gegenseitigem Rauben und Plündern der Krieg fortgesetzt wurde, bis endlichden 16. Oktober 1386 ein Waffenstillstand zu Stande kam. Derselbe dauerte bisLichtmeß (2. Febr.) 1388, und wurde bis den 16. Febr. verlängert. 'An diesemTage fingen wieder aller Orten die Feindseligkeiten an.

Die Dauer dieser Waffenruhe benutzten Gr. Hans, der sich meistens zu Wallen-stadt aufhielt und Arnold Druchin, der östreich. Burgvogt auf dem Schlosse Win-deck bei Urnen, um durch die aus Wesen geflohenen Bürger mit den in der Stadtgebliebenen eine Verschwörung anzuknüpfen. Fast alle Bürger vereinigten sich »achbeendigtem Waffenstillstände, die in der Stadt befindlichen Eidgenossen zu ermordenund die Stadt an Oestreich zu übergeben. Unter verschiedenem Vorwande wurden dieostr. Söldner von Wallenstadt, Gastern rc. heimlich in die Stadt aufgenommen undvon den Bürgern verborgen. Gr. Hans sammelte von seinen pnd Oestreichs Leuten einenbeträchtlichen Heereshaufen in Wallenstadt und aus Windel, auch die östr. Kriegeraus der Mark, Gastern, Uznach, Kyburg und Toggenburg, sowie die StadtWinterthur wurden aufgeboten, sich zu einem Zuge bereit zu halten. Zwar erhiel-ten die Glarner nnd Urner Nachricht von diesen Rüstungen und daß es vorerst aufWesen abgesehen sei, aber die Verschwornen wußten durch Bethcuerung ihrer An-hänglichkeit an die Eidgenossen sie so zu täuschen, daß diese sich begnügten, rieBesatzung in Wesen auf 30 Mann zu verstärken und einen Zug auf Amben undWindel zu verabreden, zu welchem sie sich rüsteten. Unterdessen kam die von denVerschworene» festgesetzte Nacht, in welcher sie ihr Vorhaben ausführen wollten(22. Februar (388), heran.