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selbst die große Macht des allgewaltigen Oestr.-Habsburgischen Hauses keine» Dammentgegenzusetzen vermochte. So schwankte Gr. Hans in seinen Entschlüssen hin undher, zersplitterte seine Kräfte, wollte groß handeln und legte den Grundstein zumVerderben seiner Familie, besonders da seine Grundsätze auf seine Kinder und Enkelübergingen und diese zu Grunde richteten. Anfänglich scheint sich zwar Gr. Hansruhig verhalten zu haben, denn außer der Fehde, welche sich noch bei Lebzeiten sei-nes Vaters zwischen den Werdenbergern und Mvntfortern (1860) entsponnen hatteund an welcher auch er als Mitglied des Werdenbergischen Hauses Theil nehmenmußte, hören wir wenig von ihm, ja er scheint die richtige Idee aufgefaßt zu haben,aus der damals schon in mehrere Zweige vertheilten Familie einen Verein zu bilden,was durch gegenseitige Hülfe und Unterstützung zu ihrer aller Erhaltung wohl dasgeeignetste Mittel gewesen wäre.
Er trat daher mit den Mitgliedern der Familie von Wcrdenberg-Heiligenberg,den Brüden,: Grafen Hugo dem ältern, Albrecht dem ältern, Heinrich und Albrechtdem Jungen und dem Brunn, Freiherr,, zu Rhäzuns, ihrem Vetter, zu Rheineggum Weihnachten 1373 zusammen, woselbst sie sich laut Urkunde^) gcgenjeilig Hülfeund Schutz gegen alle ihre Feinde zusagten. Allein er hängte sich später an denHerzog Leopold von Oestreich und an seinen Vetter, den Gr. Hartmann, nachma-ligen Bischof von Chur. Gegen erster» verpflichtet er sich, mit seinen vier Söhnen,Rudolf, Heinrich, Hans und Hugo, zu Wien den 1. Juli 1379 2), demselben inWallgau und Thurgau mit seinen Leuten, Festen rc. in allen dessen Kriegen beizu-stehen, wogegen er 2000 Fl. oder statt derselben als Pfand die Feste Nidberg er-halten sollte. So sank Gr. Hans mit seinen Kindern zu Dienern Oestreichs herab,in dessen Fehden sie nun immerdar verwickelt wurden. Letzterer (Gr. Hartmann)brachte ihn in nähere Verbindung mit seinem Bruder Heinrich, welcher ihn auch ineben diesem Jahre (1379) ss. oben) zu seinem Erben einsetzte, dagegen er aber auchvon nun an an den immerwährenden Kriegen dieser seiner beiden Vettern Theil neh-men mußte. Als der große Streit Herzog Leopolds mit den schweizer. Eidgenossenbegonnen hatte, sagte mit vielen Fürsten und Grafen auch Gr. Hans von Sarganskurz vor der Schlacht bei Sempach (1386), in welcher Herzog Leopold erschlagen
Z Die Orlg.-Urkunde liegt im Fürstl. Fürstenb. Archiv. S. Anhang Nr. 97.
Urkunde bei Tschudi, I. Tb. S. 497, desgl. bei Lichnowsky, Reg. zum IV. Bd.,A. 1433 u. 1434, beide gegeben zu Wien den 4. Juli 1379. Zn ersterer weist HerzogLeopold dem Gr. Johann Von Werdenberg-Sargans für die von demselben zu Matrai ge-gen den Herz. v. Baicnr sowie im Elsaß gegen die Englischen geleisteten Dienste 2000 Fl.auf die Feste Nidberg an; dagegen verspricht Gr. Johann, so lange er im Besitze dieser Festesein werde, dem Herzog mit seinen Festen, Leuten »c. im Thnr- und Wallgau zu dienen.