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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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dcnberg zu Werdenberg (13901399) und scheinen auch feine Vorliebe gegenOestreich sehr vermindert zu haben. Ueberhaupt fühlte er das Mißliche seiner Lage,und da die ostr. Herzoge ihm das nicht gewährten, was er von ihnen erwartete, sievielmehr einige im Sargansischen gelegenen Orte ankauften, auf deren Besitz er selbstsein Augenmerk gerichtet hatte, so näherte sich Gr. Hans den Eidgenossen und suchtedeßhalb unter Vermittlung des v. Schellenberg daS Landrecht in Glarus nach, wiewir aus dem Briefe des Gr. Hans vom Sonntage nach Auffahrt 1392 2) an denAmmann und Gemeinde zu Glarus ersehen. Allein das Andenken an die Mord-nacht zu Wesen, die Schlacht bei Näfels waren wohl zu neu und der Name: Hansvon Werdenberg dem Gebirgsbewohner von Glarus zu verhaßt, als daß seinen An-trägen Folge gegeben worden wäre. Mit dem, dem gemeinen Manne in Freistaateneigenem Mißtrauen wiesen die Glaruer den Gr. Hans zurück. So auf sich selbstzurückgewiesen, in Mitte zahlreicher und mächtiger Gegner, bei den großen Unruhenund steten Fehden, welche damals aller Orten herrschten, blieb dem Gr. Hans nichtsübrig, als sich wieder enge an die östreich. Herzoge, anzuschließen, weßhalb er auchnoch im Sommer des I. 1392 sein Bündniß mit dem Herzog Leopold erneuerte.Eben so schloß er sich auch mehr an seinen Vetter, den Bischof Hartmann von Chur,an und suchte die Anstände und Streitigkeiten, welche zwischen ihm und seinemVetter, dem Gr. Rudolf von Werdenberg-Heiligcuberg, sowie zwischen Chur undRhäzuns obwalteten, beizulegen. Letzteres gelang ihm zum Theil, indem er den6. Dezember 1391 . 0 ) M gemeiner Obmann den Bischof von Chur mit dem UlrichBrun von Rhäzuns versöhnte und ihre Streitigkeiten entschied. Weniger gelangihm dieses mit dem Gr. Rudolf von Werdenberg, mit welchem er sich um den Besitzdes Schlosses Wartau stritt. Zwar überließen laut Urkunde, üst. Maienfeld den29. Sept. 1393 4), beide, Gr. Hans und Gr. Rudolf, die Entscheidung ihresStreites dem Gr. Donat von Toggenburg, dem Gr. Heinrich von Werdenberg zuTrochtelfingen und dem Freih. Brun von Rhäzuns als Schiedsrichter, allein siekonnten sich nicht vergleichen und Gr. Hans verband sich am Montag nach Aller-heiligen 1393 mit dem Bischof Hartmanu, dessen Bruder Heinrich und dem AbtBurkard von Pfäffers gegen die von Werdenberg und diese Fehde wurde mit ab-wechselndem Glücke bis 1397 und 1399 fortgesetzt (s. oben §. 5). Eine Fehde,die um so unnatürlicher, jedenfalls um so unpolitischer war, als diese beiden Häuser

') S. §. 5 der Werdenb. Geschichte.

2) S. Tschudis I. Th. S. 565.

S. Anhang Nr. 137.

Z Das Original dieser Urkunde ist im Fnrstl. Fürstenb. Archiv zu DonauöschiiigenAnhang Nr. 135.