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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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Heinrich von Konstanz, aus der Familie der in dieser Gegend begüterten Freist, vonHewen, der als Administrator das erledigte Bisthum verwaltete und mit der StadtChur und den Gotteshausleuten, wie man die Unterthanen des Bisthums nannte,in steten Zerwürfnissen lebte, welcher dein Gr, Heinrich willig entgegenkam und zudessen Plänen die Hand bot. So entstand ein Bund, eine Bereinigung zwischenmehreren Herren, dessen Zweck war, die alten Hoheits - und Herrschaftsrechte desAdels wieder geltend zu machen und ihre Unterthanen, in welchen sie nur Leibeigene'eine ihnen ungehörige Sache, sahen, nöthigenfalls mit Gewalt zur Unterwürfigkeitzu zwingen. Man nannte diesen Herrenverein den schwarzen Bund, entweder imGegensatz zu dem seit 1424 bestehenden grauen Bunde in Oberrhätien, oder ausGehässigkeit der Feinde und Gegner dieses Bundes. Mit dem Jahre 1450 nahmenschon die Feindseligkeiten ihren Anfang, folglich noch bei Lebzeiten des Gr. Heinrich,wie Sprecher sagt^). Gr. Heinrich war damals schon alt, wohl wenig geeignet,an der Spitze einer solchen Verbindung zu stehen, es scheint auch, daß es mehr umseinen Namen zu thun war. Die Seele des ganzen Bundes war wohl Hans vonRechberg, sein Tochtermann.

Dieser Hans von Rechberg, aus einer altadelichen Familie Schwabens ent-sprossen, dessen Vater im Besitze von Gamertingen, Hedingen und Schalksburgwar, zeigte sich als ein entschiedener Parteimann. Stolz, ein wackerer Kriegs-mann, doch mehr, wo es sich um List, plötzliche Ueberfälle, den Entwurf vonKriegsplänen rc. handelte, als persönlich tapfer, wenigstens wie letzteres seine Feh-den behaupteten, war er ein erklärter, unversöhnlicher Feind des Bürgers undLandmanns, in soweit diese für sich oder in Vereinen der Herrschaft des Adels sichentgegensetzten und dessen große Ansprüche, wahre oder vermeinte Rechte bekämpften.Wo Hans von Rechberg vereinzelt sich zur Verfolgung seiner Absichten zu schwachfühlte, da suchte und fand er Helfer in dem ihm gleichgesinnten, zum Theil durchdie Zeitereignisse verarmten beute - und kriegslustigen Adel, oder er schloß sich denFürsten, besonders den östreichischen an, die mit derartigen Vereinen von Städternund Landleuten im Kriege lebten. Seine Talente, besonders im Unterhandeln,seine unermüdete Thätigkeit, sein offener, unversöhnlicher Haß machten ihn zu einemwillkommenen Helfer und Verbündeten, wie er dann auch durch 10 Jahre(14381448) sich als ein erbitterter und einer der gefährlichsten Gegner der Eid-

H Spreeker, Pallas IlNael. lll>. V». p, 1S3. Ilenrious <le vreräsnliers 8exs-mieuses (die Schamser) (an. 1450) opprimere ststuit, «ps omnl Iruslrslus, mox«Mit.