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entstand, denn allen war Hans von Rechberg „der Eidgenossen gröster Blende.»Angächer trutzlicher Mann" verhaßt'). Mit den im Sarganser Lande gesammeltenSöldnern zog Hans über den Gugelsberg, um mit Gewalt die Unzufriedenen zu un-terjochen ( 1430 ) 2 ), er wurde zurückgeschlagen. Da senden die Grafen von Wer-denberg ihre Boten nach Schwyz und Glarus, um diese nach dem bestehenden Land-rechte aufzufordern, ihnen zu Hülfe zu kommen. Mit Unwillen wurden sie abge-wiesen, die Sache der Landleute war auch ihre Sache. Nur 16 Mann, meistensaus Glarus, fanden sich, welche freiwillig den Grafen zuzogen, diese wurden indie Burg Bärenburg als Zusätzer gelegt. Im I. 1431 erhob sich der graue Bund,zu ihnen gesellten sich mehrere Gemeinden der Gotteshausleute, besonders die be-nachbarten Engadiner, an ihrer Spitze Ritter Hans Rink von Baldenstein, derselbst Lehen von Werdenberg besaß. Mit ihren Bannern zogen sie in das Gebietder Grasen von Werdenberg, berannten die Bärenburg, und als sie da Widerstandfanden, zogen sie vor Ortenstein und von da nach Hohen- und Untersüns. Diesedrei Werdenbergischen Schlösser wurden leicht erobert, da es an Ausrüstung undProviant fehlte, ein Beweis, wie leichtsinnig und tollkühn dieser Krieg angefangenworden war. Diese drei Burgen sowie die anf dem Heinzenberg wurden ausgeplün-dert, die drei ersteren niedergebrannt, Heinzenberg, zum Theil den Rhäzuns gehö-rig, blieb verschont. Dann zog man nochmals vor Bärenburg, die Besatzung flohheimlich über die Mauern, auch Bärenburg wurde zerstört.
Das ganze Land war für die Werdenberger verloren und huldigte dem grauenBunde. Hans von Rechberg floh nach Schwaben, die Mitglieder des schwarzenBundes konnten nicht helfen, ihre eigenen Unterthanen standen gegen sie im Felde.Da zogen die Verbündeten des grauen Bundes mit ihrem Gewaltshaufen über dasGebirg, um die Grafen in Sargans selbst anzugreifen, deren Noth auf das Höchstegestiegen war. Nochmals schickten die Grafen ihre Boten nach Schwyz und Glarus,dringend bittend, wo nicht um Hülfe, doch um Vermittlung. Schwyz wies auchdiesmal jedes Ansinnen der Grafen zurück, Glarus die Hülfeleistung, doch erbot essich, zu vermitteln. Seine Boten eilten nach Sargans, zu ihnen kamen die Raths-boten der Stadt Chur, einige Domherren, von denen einige Adelige, die, denParteien fremd, das Vertrauen der Bündtner besaßen, im Ganzen 13. DemHeerhaufen der Graubündtner zogen sie entgegen, bei Mails unfern von Sargansfanden sie denselben gelagert. Es gelang ihnen, den 16. Oktober 1451 im Feld-lager daselbst einen Waffenstillstand zu Stande zu bringen, damit ein Frieden ver-
') Tschurl, ». Bd. S. Still.2) I. Ulrich v. Salis.