348
von Werdenberg seine alten Ansprüche auf die Herrschaft Vaduz wieder hervor,welche im Besitze der Freih. von Brandes war. Gr. Georg behauptete nämlich, eSsei Vaduz nur verpfändet und ihm stehe das Einlösungsrecht zu, was die vonBrandis läugneten (s. oben). Auch diese Sache wurde zu Zürich vor dem Ratheund einigen Zusatzmännern verhandelt, allein am Vorabende vor dem Frohnleich-namsfeste 1464 wurde blos auf weitere schriftliche Beweisführung erkannt. Wiediese ausgefallen, ist nicht angegeben, doch blieben die von Brandis im Besitze derHerrschaft Vaduz.
Während dieses in Graübündten und in der Schweiz vorging, hatte sich einKrieg entsponnen, welcher das ganze südwestliche Deutschland in Bewegung setzte.Auf der einen Seite stand Pf-lzgraf Friedrich der Siegreiche und Herzog Ludwigvon Baiern mit ihren Helfern, auf der andern Seite hatte sich ihnen ein mächtigerBund entgegengestellt, an dessen Spitze kaiserl. oberster Feldhauptmann, MarkgrafAlbrecht von Brandenburg, der deutsche Achilles genannt, standen. Dem letztemBunde gehörten die Grafen von Württemberg, Ulrich und Eberhard, der MarkgrafKarl von Baden, mehrere Bischöfe, die schwäbischen und fränkischen Reichsstädte- und fast der ganze niedere Adel in diesen Ländern an. Der Name des Kaisers unddie wenn schon sehr lockere Bande, welche Städte, Fürsten und Adel an das Reichknüpften, noch mehr aber persönliche Feindschaften und anzuhoffende Vortheile hat-ten diesen Bund geschlossen, dem der Sieg bei seiner Uebermacht, wie man glaubte,gewiß zu sein schien.
Dieses sowie der unruhige und thätige Geist bestimmte auch den Georg, Gra-fen von Werdenberg-Sargans, wenigstens auch eine untergeordnete Rolls in diesemKriege zu spielen. Nach Sattlers Geschichte der Grafen von Württemberg, Bd. m.S. 18, führte Jörg von Sargans das Banner von Württemberg, nach andernselbst die Reichsfahne, nach noch andern ein Fähnlein, wohl sein eigenes, zu wel-chem sich einige vom Adel, einige Graubündtner und eidgenössische Söldner, welchein diesen Krieg gezogen waren, gesellt hatten. Mit diesen wohnte Gr. Georg derbekannten Schlacht bei Giengen (19. Juli 1462) bei, in welcher Herzog Ludwigvon Baiern die Reichsarmee unter dem Markgrafen Albrecht von Brandenburg ausdem Felde schlug und viele Gefangene machte. Unter diesen letzter» befand sich auchGr. Georg von Werdenberg. Wie lange er in baierscher Gefangenschaft geblieben,
Beini Gerwär von Uri, dem Arnold Kupferschmid, Dietrich in der Halden von Schwyz,dem Rudolf Stuckt und Rudolf Mos von Glarus, nachdem sie die alten Leute der Herr-schaft Sargans über den frühern Bestand eidlich vernommen hatten, ausgestellt und von densieben alten Kantonen der Eidgenossen bestätigt. Li>. eollect. vocum. mon. kabariens-in dem Archiv zu St. Gallen, Manuscr. S. Anhang Nr. 274.