350
ten ^). I» dieser Urkunde nennt der Herzog den Grasen Georg seinen edlenOheim rc. Eben so half er (23. Oktober 1483)2) mit andern Freunden, wohlauch im Namen und Auftrag des Herzogs Sigismund, die zwischen dem Bischofund der Stadt Chur obwaltenden Anstände ausgleichen. Wirklich scheint sich auchGr. Georg am Hofe des Herzogs in Jnnspruck so wohl gefallen zu haben, daß erda sein Leben beschließen zu wollen schien. Dieses, vielleicht auch neue Geldver-legenheiten, vielleicht auch das Schwierige, Herrschastßrechte über ein Volk auszu-üben, dessen Gebiet ohnedies durch die neuen Erwerbungen (1461) fast ganz voneidgenössischen Besitzungen umgeben war, mochten den Grafen Georg bestimmen,auch diese seine letzte Besitzung, die Grafschaft Sargans, so weit dieselbe ihm nochgehörte, zu veräußern. Er verkaufte sie daher im I. 1483 an die sieben altenKantone der Eidgenossen um 13000 Fl.^), nachdem er früher schon (1430) derStadt Sargans selbst ansehnliche Freiheiten verliehen hatte.
. Im nämlichen Jahre (5. Januar 1483) stellte Gr. Georg dem Kloster Pfäf-fers zu RapPerschwil eine Urkunde aus, daß der Verkauf der Grafschaft Sargansden Rechten des Klosters nicht nachthcilig werden solle, indem die Käufer keineAnsprüche auf die Vogteirechte zu machen hätten, als von welchen sich das Klosterschon im I. 1397 losgekauft habe.
So war nun Gr. Georg aller seiner Besitzungen beraubt. Ungunst der Zeit,unkluges Einmischen in die Händel der damaligen Zeit, Verkennen des Zeitgeistes,Nichtachten der finanziellen Verhältnisse hatte diesen Verlust für den Grafen Georgherbeigeführt und er stand nun nur auf sich selbst, die Gunst seines Herrn, dessenDiener er geworden war, gestützt da. Immer aber noch hatte er zahlreiche Freundeund Verwandte, welche, sowie sein alter Familienname, ihm einiges Ansehen undselbst einigen Einfluß gaben. Auch zählte er unter den Eigenossen mehrere treueFreunde. Aber eben das, auf was er wohl am meisten zählen mochte, die großeGunst, in welcher er bei dem Herzog Sigismund stand, war für ihn die Quelleneuer Verlegenheiten, welche ihn bis an sein Lebensende verfolgten. Kaiser Frie-drich M. und sein stammverwandter Vetter, Herzog Sigismund von Oestreich, Herr
1) Licdlioi'il Ootü krob. p. 157.
2) Liekdorn 0o<1. krod. p. 158.
5) S. Joh. v. Müllers Geschichte, S. 25. Diese Verkaufsmkunde ist den 2. Jan.1483 zu RapPerschwil ausgefertigt und lautet auf die Grafschaft Sargaus, wie er undsein Bruder Wilhelm und sein Schwager von Sonnenberg dieselbe besessen, kx. Uoo.rnon. lÄLar. in dem Archiv zu St. Gallen. Nach dieser Urkunde hatte Gr. Georg einenTheil von Sargans, wohl einzelne Einkommcnstheile, seinem Schwiegervater, dem Grafenvon Waldburg-Sonnenberg, schon früher abgetreten. Anhang Rr. 302.