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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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zu Tyrol und des größer»: Theils der östreich. Vorlande, standen ine gut miteinander. Kaiser Friedrich bemächtigte sich nach dein Tode Herzog Friedrichs(1439), des Vaters Sigismunds, der Vormundschaft über den einzigen unmün-digen Sohn und zugleich auch der hinterlassenen Schätze desselben*). Diese Vor-mundschaft behielt auch Kaiser Friedrich bei, bis er auf Andringen seines Mündels,des Herzogs Sigismund, oder vielmehr der tyrolischen Landstände (1443 u. 1445)sie abzugeben sich genöthigt sah. In den wirklich großen Streitigkeiten zwischendem Kaiser Friedrich und dessen Bruder Albrecht (1461) nahm Herzog Sigismundmehr die Partei des letztern, und wenn auch zwischen ihnen zum Scheine der Friedenund ein besseres Vernehmen wieder hergestellt schien, so dauerte das gegenseitigeMißtrauen und Mißvergnügen fort, welche vielleicht schon früher und heftiger zumAusbruche gekommen wären, wenn nicht bei der kinderlosen Ehe des Herzogs Si-gismund die Aussicht auf dessen reiche Erbschaft dem staatsklugen Kaiser FriedrichMäßigung empfohlen hätte und der edle, ritterliche Mar (des Kaisers Sohn undder von Sigismund geliebte Vetter) als Mittler wiederholt eingeschritten wäre.Höher steigerten sich die Zerwürfnisse zwischen dem Kaiser Friedrich und seinem Vet-ter Sigismund in den Jahren 1486 und 1487. Anlaß hierzu gaben die besondersfreundschaftlichen Verhältnisse zwischen dem Herzog Sigismund und dem HerzogAlbrecht von Barern. Letzterer machte Ansprüche an einige throlische Orte. HerzogSigismund suchte ihn durch die Abtretung einiger Orte zu befriedigen. Nun ver-breitete sich das Gerücht, Herzog Sigismund, welcher sich bei seiner Prachtliebeund seiner an Verschwendung gränzenden Freigebigkeit immer in großer Geldver-legenheit befand, habe bedeutende Geldvorschüsse von dem Herzog Georg und Al-brecht in Baiern erhalten und gedenke besonders letzten» seine Länder um eine Mil-lion Gulden zuzuwenden. Hierzu kam noch die Verehelichung des Herzogs Albrechtmit Katharina, der Tochter des Kaisers Friedrich (1486). Eine Heirath zwischenHerzog Albrecht und Katharina war mit des Kaisers Zustimmung beschlossen undverabredet worden. Ersterer drang nun bei dem Herzog Sigismund, bei welchemsich Katharina damals aufhielt, auf den Vollzug dieser Heirathsverabredung. Ihnunterstützten Prinz Maximilian, des Kaisers einziger Sohn, sowie die Räthe desHerzogs Sigismund. Letzterer schickte daher seinen vertrauten Rath, den Frech.Johann Werner v. Zimmern, an den Kaiser, welcher sich damals in den Nieder-landen aufhielt, um dessen Zustimmung zu erhalten. Frech. v. Zimmern kehrtezurück und berichtete, der Kaiser habe ihm mündlich erklärt (schriftliche Antwort

*) Hierzu war Kaiser Friedrich, als der älteste und das Haupt des Oestr.-Habsbur-gischen Hauses berechtigt, sowohl nach den früheren Borgängen, als auch nach den älterenFamilienverträgen.