Buch 
Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
Seite
354
JPEG-Download
 

354

Länder abgetreten hatte (1489), so glaubte wvhl anet! Gr. Georg, daß auch er indiese Aussöhnung mit eingeschlossen sei, er kehrte daher in sein Vaterland zurück.Anfänglich schien ihm auch daS Glück günstig zu sein. Georas Verwandter undFrennd, Heinrich, ein Freih. von Hewen, wurde den 8. Aug. 1491 zum Bischofin Chur erwählt und im September dieses Jahres bestätigt. Sowie er die Regie-rung angetreten hatte (5. Februar 1492), belehnte er den Gr. Georg mit demRheinwald, Safsien, Tumilö, Schanfigg und dem Schlosse Ortenstein, alte Be-sitzungen der Wcrdenberger und RhäzunS, die Georg selbst (1473) an das Bis-thum Chur verkauft hatte i). So war Georg doch wieder einigermaßen in seinemVaterlande begütert, hatte wieder einen festen, eigenen Wohnsitz, wo er wohl imFrieden seine alten Tage beschließen zu können glaubte. Allein anders hatte es dieVorsehung beschlossen. Die Feindschaft des Kaisers Friedrich, welcher um dieseZeit (1493) starb, hatte bei dessen Nachfolger und seinen Räthen tiefe Wurzelngefaßt und sich fortgepflanzt. Noch war sein persönlicher Feind, Gr. Hugo vonWerdenberg, dessen Bruder und des letztern Söhne an dem kaiserlichen Hofe hochangesehen; die Zerwürfnisse zwischen der Tyroler Regierung und Oestreich einerseitsund den Graubündtnern und Schwyzern anderseits hatten begonnen, in welcheGeorg, nunmehr ein Freund und Anhänger der Eidgenossen, mitverwickelt schien.Alles dieses erregte eine» neuen Sturm gegen den greisen Georg. Er verkaufte da-her (1493) den Rheinwald und Safsien an den Johann Jakob Trivulgio, Gr. vonMisor^), verließ den Ortenstein, den er mit Schanfigg und Tumils an seinen Schwie-gervater und dessen Söhne, den Grafen von Sonnenberg, übergab und floh, tiefgekränkt und erbittert, zum zweitenmale in die Schweiz. Hier beschäftigte er sichnur allein mit Racheplänen. Den Kantonen Schwyz und Glarus, mit welche» erfrüher im Bürger- und Landrechte gestanden, klagte er das erlittene Unrecht undforderte sie auf, ihm zu seinem Rechte zu verhelfen^), bei fast allen Tagen der

>) Licdtiorn, Uist. Lp. 6>ir. I». tl!S n. Anzettln.

2) Joh. Jak. Trivultius von Vigere, Gr. von Misor, war ein berühmter Kriegs-inann, aus dem Mailändischen gebürtig. Von Herzog Ludwig Sforzia aus Mailand ver-trieben, trat er in die Dienste König Friedrichs von Neapel, welchen er treulos (1494)verließ und in die Dienste des Königs Karl Vitt. von Frankreich überging. Im I. 1499war er sranz. Gouverneur zu Mailand und starb zu Ehartres im I. 1518. Seine Grab-schrift war: I1»o in tumulo 1». 1»c. IrlvuIUus yuiescit, qui sntsa nunauam(jviovit.

3) Im I. 1494 bat Gr. Georg die Glarner, sie möchten seinem Abgeordneten, demWolf Ortt von Maienfeld, in seiner Sendung a» den Bundestag behilflich sein und allen-falls ihren eigenen Landschrciber mit ihm hinabsenken.