Buch 
Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
Seite
358
JPEG-Download
 

358 ^

Beide ersteren starben vor ihrem Baker Heinrich in» das Jahr 1285, Witte-gvw noch früher. Ersterer hinterließ einen Sohn, Heinrich V., ch 1310 , welcherseinem Großvater, Heinrich III,, 's 1292, in der Markgrafschaft Burgau nach-folgte, welche er um das I. 1300 an Oestreich überließ. Seines Vaters Schwe-ster, Adelheid, heirathete den Gr. Rudolf von Wervenberg-Sargans oder Sangansund brachte diesem ihrem Manne die von ihrer Mutter herrührenden Herrschaften,Albek und Langenau, sowie die von Markgraf Heinrich III , ihrem Vater, erworbeneHerrschaft Mißlingen, dermal im Königreiche Baiern, zu^). Beide (Rudolf vonWerdenberg und Adelheid von Burgau) wurden die Stammeltern der Grafen vonWerdenberg, vorerst der von Albek und Langenau, später der von Trochtelfingenund Schmalnegg, welche noch später Sigmaringen, Beringen und Heiligenbergerwarben und die.letzten der Familie von Werdenberg waren.

gras Heinrich III. dem Kloster Kaisheim im I. 1280 ausstellte, sind mir er »nv sein EnkelHeinrich V. (lilius tilü 8ui) aufgeführt. Von dem Vater des letzter» geschieht keineErwähnung mehr, er mußte daher schon im Z. 1286 todt gewesen sein. 6.

Legest. IV. 305 und die Kaisheimer Chronik zum I. 1286.

>) Wie die Herrschaft Aißlingen mit Zugehörden an die v. Wcrdenberg kam, istnirgends bestimmt angegeben. Nach v. Raffers Beiträgen für Kunst und Alterthum rc.(1830, S. 43) war 1279 ein Deginhard de Aselingen Ortsinhaber von Aißlingen,derzum Geschlechte der von Helenstcin uns Gundelfingen gehörte" und die Grafen von Wer-dcnberg hätten ihr Erbschaftsrecht von mütterlicher Seite abgeleitet, indem die jüngereTochter des Grafen Hartmann von Dillingen und Schwester des letzten Grafen vonDillingen, des Hartmann, Bischofs zu Augsburg, circa 1285 einen Grasen von Hei-ligenberg geheirathet hätte. Allein, abgesehen davon, daß diese Heirath nicht nach-'gewiesen ist, so waren die alten Grafen von Heiligenberg mit den Grafen vonWerdenberg nicht verwandt und die Erwerbung, der Grasschaft Heiligenberg von Sei-ten der letztem geschah (1277,). durch Kauf, ohne daß der Herrschaft Aißlingenals eine Besitzung der Heiligenberger Erwähnung geschieht^ Eben so wenig ist nachge-gewiesen, daß obiger Deginhard, wenn schon im Besitz von Aißlingen, eigentlicher Eigen-thümer und Herr dieses Orts war. Dagegen ist es historisch richtig, daß die ganzeUmgegend von Aißlingen zur alten Grasschaft Dillingen gehörte, welche, in soweit sienoch Eigenihnm des letzten Gr. Hartman», des Bischofs von Augsburg, von diesem andas Blsthum vergabt wurde. Eben so ist es richtig, daß in den Kriegen dieses Bisthumsunter dem Bischof Hartmann letzterer in dem alten Markgrafen von Burgau, dem Hein-rich III. , einen treuen Verbündeten und Helfer fand, dem er für diese Dienste und ge-habten Auslagen 300 M. S. schuldete, welche zu bezahlen es dem Bischof bei seinenimmerwährenden Geldverlegenheiten wohl an Mitteln gebrechen mochte. Sowie daherBischof Hartmann mehrere einzelne Güter aus der Erbschaft seines Vaters seinen Gläu-bigern an Zahlnngsstatt anwies, so mag er auch dem alten Markgrafen Heinrich Aißlin-gen und letzterer seinem Tochtermann, dein Rudolf von Werdenberg, überlassen haben.Bergl. Pl. Brauns Geschichte der Bischöfe von Augsburg, ». Br.