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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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Hänger des Oestr.-Habsburgischen Hauses, als welchen sich seine ganze Familie innnergezeigt hatte. Eben so ist er den 7. Mai 1304 Zeuge, als Kaiser Albrecht mitseinen Söhnen, Rudolf und Friedrich, zur Dvmkirche in Augsburg zwei Höfe zuBinswangen schenkt i). Im folgenden Jahre (1309)2) vergleicht sich Gr. Rudolfmit dem Kloster Anhäufen, dessen Schirmvogt Gr. Ulrich von Helfenstein war, überihre Besitzungen in Langenau. Das Kloster soll allein das Recht haben, auf zweiseiner Höfe, auf dem einen Wein zu schenken, auf dem andern Brod und Fleisch zuverkaufen. Beide (der Graf und das Kloster) sollen je für ihren Ortsantheil eineneigenen Ammann setzen, welchem die niedere Gerichtsbarkeit innerhalb Etters überdie ihrer Herrschaft Angehörigen auszuüben habe. Die Gerichtsbarkeit außer desEtters sowie die Höfe stehe dem Grafen allein zu. Im I. 1307^) verzichtet GrafRudolf mit seinen Söhnen (oum tliiis suis) auf alle Ansprüche an die Güter zuRamingen, Lindenau, (Engen und Langenau, welche sein Schwiegervater, Mark-graf Heinrich von Burgau (s soeoro suo, Nuretuons clo Iturzovo) im I. 1286dem Kloster Kaisheim geschenkt hatte. Die Namen der Söhne sind nicht angegeben,doch finden sich diese in einer Urkunde von 1319, den 29. Sepl., nach welcherGr. Rudolf I. mit Zustimmung seiner Söhne, Heinrich ll. und Rudolf II. , an denKonrad von Riedheim einen Hof zu Setzungen, einen zu Wettingen und zwei zuAspach verkauft^)

Dieses ist die letzte Urkunde, in welcher Gr. Rudolf, der Stifter dieser Linie,namentlich aufgeführt ist, wann und wo er gestorben? ist unbekannt, nur so vielbeweist die folgende Urkunde von 1322, daß er damals schon todt war, seine beidenobbenannten Söhne, Heinrich und Rudolf, ihn aber überlebten. Nach einer Ur-kunde von 1322 5) mußte Ritter Ulrich von Stotzingen den sogenannten MemmingerHof zu Aißlingen, ivelchen er an sich gezogen, dem Domkapitel zu Augsburg zu-rückstellen. Die Dienstherren obigen Ulrichs und Ortsherren von -Aißlingen, diebeiden Grafen Heinrich II. und Rudolf VIII. von Werdenberg verzichteten (1322)auf alle ihre Ansprüche an Diesen Hof6). Ob Graf Rudolf noch mehrere außerdiesen beiden Kindern hinterlassen habe, ist zwar nirgends ausdrücklich aufgezeichnet,

Pl. Brauns Geschichte der Bischöfe von Augsburg, ll. Bd. S. 393.

-) Original-Urkunde im Kön. Stadtarchiv zu Stuttgart.

H Jahresbericht für den historischen Verein des vorm. K. B. Oberdonaukreises für1837, S. 62, Nr. 59.

H Ulmer Stadtarchiv.

5) v. Kaisers Beiträge für Kunst und Alterthum. 1830. Ortsgeschichte von Aiß-lingen.

5) Domkapitels Augsburger Urkunde.