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Würtemberg und den Reichsstädten einigermaßen beigelegt, im I. 1372 erneuertenste sich mit Heftigkeit. Die Ulmer mit ihren Helfern waren ausgezogen, um miteinem gewaltigen Heerhaufeu in die Lande ihres Feindes, des Gr. Eberhard vonWürtemberg, einzufallen. Ihnen zogen dessen Landestruppen und seine adelichenVasallen entgegen. Bei Altheim auf der Alb trafen sich die feindlichen Heere.Würtemberg siegte. 3 bis 4 Stunden von Albek, zwischen Altheim und Svglin-gen, beide gräflich Werdenbergische Orte, fiel nach der gemeinen Meinung diesesTreffen vor*). Vier Jahre spater (1376) erhob Ulm wieder stolz sein Haupt.Selbst Kaiser Karl IV. zog vereint mit Gr. Eberhard von Würtemberg mit einemzahlreichen Heere vor Ulm. Vergebens wurde Ulm belagert, die Umgegend wurde ver-heert, die Stadt selbst widerstand allen Angriffen. Im folgenden Jahre (1377)siegten bei Reutlingen die Städte über des Grafen Eberhard von Würtemberg Sohn,den Gr. Ulrich und seine Helfer. Die Reichsstädte jubelten und überhoben sich ihrerUebermacht, bis die Niederlage, welche ihnen Gr. Eberhard von Würtemberg den23. August 1388 bei Döffingen, unfern von Weil der Stadt, beibrachte, ihrenStolz brach. Noch lange und bis zu Ende des löten Jahrhunderts dauerte dieserKamps mit abwechselndem Glücke fort, da er aber die Geschichte der Grasen vonWerdenberg-Albek nicht berührte, so kann auf denselben keine Rücksicht mehr ge-nommen werden, sondern es kann das Obangeführte genügen, um den Gang desSchicksals und des Verfalles der grast. Werdenbergischen Familie, wie sich derselbein den nachstehenden Urkunden darstellt, .zu erklären.
Wie oben angeführt ist, wurde Gr. Heinrich, des Gr. Heinrich H. von Wer-denberg Sohn und Enkel, im I. 13Ö9 noch minderjährig, mit der Gräfin Elsbethvon Oettingen verlobe. Mit ihr erzeugte er zwei Söhne, den Gr. Konrad undHeinrich IV. den jüngerer. Frühe schon starb ihm diese seine Gemahlin, da er schonden 2ö. Februar 1370 seine zweite Gemahlin, Agnes, eine Tochter des Gr. Ulrichvon Helfenstein, mit ihrer Morgengabr auf Altheim mit Zugehvrden verweist. ImI. 1371, 13. Oktober^), erscheint Gr. Konrad, des Gr. Heinrich älterer Sohn,
1) Gemeiniglich wird dieses, den Gr. Heinrich von Werdenberg damals gehörige
Altheim als der Ort angenommen, an welchem dieses Treffen vorfiel. Lrithemius, Nau-
klerus, Mutius und andere schreiben nur: Altheim bei Ulm oder auf den Ulmer Alben,
ohne die Lage dieses Ortes selbst näher zu bezeichnen. Es gibt aber noch ein Altheim,
etwa 4 Stunden von Ulm, im dermaligen O.-Amte Ehingen an der Hochstraße, der ehe-
maligen Hauptstraße von Ulm, in das würtembergische Gebiet nach Münfingen und Urach.Hier soll nach alter Sage einstens ein Treffen stattgefunden haben, auch finden sich danoch Neste mittelalterlicher Waffen. Könnte nicht dieses das Mheim sein, woselbst obigesTreffen vorfiel?
2) Ulmer Stadtarchiv.