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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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ihm Schmalnegg, Trochtelfingen und Aißlingen zugefallen. Mit seiner Gattin er-zeugte er zwei Söhne, Eberhard II und Heinrich VI., welche ihn überlebten, sowieeine Tochter Udilhild, welche den Gr. Albrecht von Löwenstein (1369), Herrn zuMurrhard geheirathet hatte. In der Regel hielt er sich an dem Hose der Grafenvon Würtemberg auf, früher auch in Burgau als östr. Landvogt, war dieses nichtder Fall, so verweilte er auf seinen beiden Schlössern Schmalnegg oder Trochtel-fingen, von welchen er auch bald von Schmalnegg, bald von Trochtelfingen beige-nannt wurde. Das Wenige, was man von ihm weiß, ist oben (§. 10) angegeben.Von seinem Sohne, Heinrich VI., findet man nichts Vemerkenswerthes aufgezeichnet.Er war mit Agnes, des Herzogs Friedrich von Teck Tochter, vermählt, standgleichfalls in würtembergischen Diensten und tummelte sich in den Fehden der dama-ligen Zeit theils für Würtemberg, theils für seinen Schwiegervater herum, bis erden 21. August 1388 in dem Treffen bei Döffingen in der Gegend von Weil derStadt zwischen dem Gr. Eberhard den Grüner und dessen Sohn, dem Gr. Ulrichvon Würtemberg einerseits und dem Heere der vereinigten Reichsstädte anderseitsauf Seiten Würtembergs fiel. Obwohl Gr. Eberhard von Würtemberg hier einenentscheidenden Sieg erfocht, so fielen doch, besonders anfänglich, mit dem GrafenUlrich von Würtemberg viele vom Adel, unter welchen Gr. Albrecht von Löwen-stein, Schwager der beiden Werdenbergischen Brüder, und ein Gr. von Werdenbergwaren, dessen Mutter Sophia geheißen habe und den auch Sattler*) wohl mit RechtHeinrich nennt, da kurz zuvor Gr. Ulrich von Würtemberg einen zwischen diesemund seiner Mutter Sophia sich erhobenen Anstand verglich und später von ihm keineErwähnung mehr geschieht. Gr. Heinrich hinterließ keine Nachkommen.

Sein Bruder, Gr. Eberhard II., pflanzte die Familie mit Anna, einer Tochterdes Johann, Frech, von Zimmern, fort. Dieser Frech. Johann von Zimmernwar einer der angesehensten und reichsten Herren Schwabens 2). Die Frech, von

U Sattlers Geschichte der Grafen von Würtemberg, I. Bd. S. 255.

2) Nach dem von diesem Frech. Johann von Zimmern am Dienstag nach Lichtmeß1439 zu Rottweil vor dem kaiserl. Hofgerichte errichteten Testamente besaß Johann dieStadt nnd Herrschaft Mößkirch, die Stadt und Burg Herrenzimmern, Die Burg Seebnrgmit den dazu gehörigen Dörfern, die Burg Hohenstein als Eigenthum, Tuttlingen dieStadt mit den dazu gehörigen Dörfern Mnhlhauftn und Magdbcrg, Schiltach, einen Theilan Wildenstein, Haynigen u. s. w. als Pfandschast mit noch andern Gütern. Seine dreiEnkel, Johann Werner, Gottfried und Konrad, seines verstorbenen Sohnes Johann desLappen Söhne, sollten diese Herrschaften erben, von seinen drei Enkelinnen jede 3000 Fl.,seine Tochter Anna aber, die Frau des Eberhard von Werdenberg, außer der empfangenenAussteuer noch 5000 Fl. und die Nutznießung eines Weingutes erhalten. Copia-Buch indem Fürstl. Sigmaringischen Archiv, s. Anh. Nr. 220.