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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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Zimmern leiteten ihren Ursprung im Geschmacke des damaligen Adels von den Heer-führern der alten Zimbern her, welche mit den Teutonen Roms Schrecken warenund von welchen ein Theil nach den für sie so vernichtenden Schlachten mit Mariusnach Deutschland zurückgekehrt sein, sich auf dem Schwarzwald niedergelassen undda die Orte Zimmern ob Rotweil, Herrenzimmern, Zimmern unter der Burg,Zimmern im Thal u. s. w. bewohnt haben sollen. Ihren Hauptsitz hatten sie zurZeit des Freih. Johann in Herrenzimmern, einer Stadt mit zwei Burgen. Durchdiese Verbindung und durch die Geldsummen, die er von den Ulmern erhaltenhaben mochte (§. 10), durch seine eigene Persönlichkeit und seine Verbindungmit den mächtigeren Grafen von Würtemberg stieg der Einfluß und das Ansehendes Grafen Eberhard von Werbenberg immer höher und setzte ihn in den Stand,für sich und seine Kinder bedeutende Güter zu erwerben. Nach einer Urkunde,llat. Stuttgart am Donnerstag vor dem Ewichtag 1399, verpfändete Graf Eber-hard von Würtembergdem edlen wolgepornen unserm lieben Oheime dem Gra-fen Eberhard von Werdenberg um 7212 Fl. rheinisch in Gold*) Sigmaringen,die Burg und Statt mit all' irren Zugehörungen, Laitz, Uezkofen, Bollt undZielfingen, die DLrffer Rulfingen und Sigmaringen, das Dorf Ostrach, Luß-heim, Lumpach, Hufen, Galkrütin, Magenbuch, Lauppenweyler, Hilßkofen, Tal-heim, Buchow, den kelnhofen Geggingen, Memvingen, rast, regnolzwyler unddie Vogtey über die Closter Heiligencreutztal, über das Closter zu Habstal, überdas Closter zu Walde, und über das Closter zu -Gedingen, und den Hof zuHarthausen, das alles unser aigen ist; und darzu Beringen, unser Burg undStatt, und Beringen das Dorf und die Mulinen, und die Zinnße zu Beringendem Dorfs und Bentzingen und Harthausen die Dörfler u. s. w.- Alles dieses solltedem Gr. Eberhard von Werdenberg mit allen Nutzen und Rechten gehören, unauf-

H S. Anhang Nr. 143. Die früheren Herren der Grafschaft Sigmaringen s. Ab-theil. I. §§. 3 u. 6. Gr. Ulrich von Würtemberg hatte die Gräfin Sophia von Pfyrtzur Gemahlin, Herzog Albrecht von Oestreich aber Johanna, des Gr. Ulrich von Pfyrtälteste Tochter. Gr. Ulrich von Pfyrt aber war der Bruder Sophicns von Würlcmberg,beide Kinder des Gr. Theobald von Pfyrt. Da nun obiger Gr. Ulrich ohne männlicheErben (1324) starb, so machte Gr. Ulrich von Würtemberg auf dessen Herrschaften An-spruch. Um ihn zu vermögen, von diesen Ansprüchen zu Gunsten Albrechts von Oestreichabzustehen, versprach Herzog Leopold des Albrechts Bruder (1325), dem Gr. Ulrich vonWürtemberg 5000 M. S. in fünf Jahren von dem Zolle in Linz zu bezahlen und ver-setzte ihm als Unterpfand die halbe Burg Teck und die Stadt Kirchheim sowie die Burgund Stadt Sigmaringen mit Zugehördcn. Da nun Herzog Leopold bald hieraus (1326)starb und keine Bezahlung erfolgte, so fielen obige verpfändeten Orte als Eigenthum anWürtemberg. Sattlers Geschichte der Gr. v. Würtemb. T. 1. S. 90.

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