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schalls, des Ernst von Melden, Vogts zu Dillingen, Ulrich Burggrafs, Pflegers zuGünzburg und Dietrichs von Plieningen, Vogts zu Aißlingeu, von Georg vonVillenbach «nd seiner Ehefrau Kunegund von ^Sperwerseck schon im Jahr 14721000 st. Später (1481) von Ursula, der Ehefrau deS Andreas von Gültlingen1300 st. und endlich von Ott Heinrich von Lautcnbach (1488) wieder 1000 st.So bewiesen die drei Bruder, wo es sich um das Wohl ihrer Familie handelte,friedliche Eintracht und suchten sie noch fester zu knüpfen, indem sie am Montagnach Jakobi 1473 eine gemeinschaftliche Testaments - Verfügung und Erbsvereinunter sich dahin errichteten, daß sie sich gegenseitig beerben sollten, wenn nicht eben-bürtige eheliche Söhne des Erblassers lebten. Diese Erbsvereinigung bestätigte Kai-ser Friedrich zu Straßburg ^) in d. I. am Dienstag vor Bartholomä. Nur seltenhandelte Georg, als der älteste der Familie, für sich, indem er einige Güter alleinveräußerte. So verkaufte er an die Brüder Jtal und Jos von Hundpiß zu Ra-vensburg um 1000 st. mehrere einzelne Hofe und Güter (lt. Urk. 1407), jedochmit dem Rechte der Wiederlosung, im I. 1470 aber ein Gütlein zn Wippertswei-ler an Stoffel Schindelin zu Ravensburg. Wohl in dem Bewußtsein, was dieGr. von Würtemberg, Ulrich und vorzüglich Gr. Eberhard ihrem Vater, dem Gr.Hans, besonders in der Rechbergischen Fehde (1464) und auch ihnen gethan, schlös-sen sich des obigen Gr. HanS Söhne mehr oder minder innig an das HauS Wür-temberg, besonders an den Gr. Eberhard, nachmaligen ersten Herzog an. Dieserletztere Fürst, einer der vorzüglichsten der würtemb. Regenten, mochte sich wohl vonselbst den ihm geistesverwandten Gr. Hugo und auch Georg von Werdenberg hinge-zogen fühlen, wohl auch des ersten Einfluß und Ansehen bei dem Kaiser berücksich-tigt haben. Daher das innige Verhältniß, in welchem besonders Graf Hugo mitdem würtemberg. Hause stand. Schon im I. 1472 ersuchte Gr. Eberhard vonWürtemberg den Gr. Georg von Werdenberg, der Beistand und Fürsprecher seinerSchwester Elisabeth zu sein, und als er sich mit Barbara, einer Markgräfin vonMantua vermählte, versammelten sich fast alle Brüder, die Grafen von Werdenberg,um die Festlichkeiten, die bei diesem Anlasse stattfanden, zu erhöhen. Vorerst fandsich Gr. Georg mit seiner Gemahlin mit 47 Pferden ein und wurde mit dem HansWernher von Zimmern und Hans Truchseß v. Waldburg abgesendet, um die Brautin Kempten abzuholen und zu begleiten. Am Trauungstage selbst (3. Juli 1474)befanden sich außer dem obigen Gr. Georg zu Stuttgart, Bischof Johann von Wer-denberg mir 70, Gr. Hugo und Ulrich mit 40 und Gr. Rudolf mit 20 Pferden,somit fast alle Wcrdenbergischen Grafen mit einem Gefolge von fast 200 Pferden,ein, das dem eines jeden Reichsfürsten gleich kam. Zwar scheint Gr. Eberhard
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