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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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bergische Schilt u. s. w. Dazu soll Gr. Felir uff den Bußstag den Truchsäßeu zuhumiden überantwurtten und bezaln 5000 fl. rh. und dieselben durch sy die Truch-säßen nochmals an ain Lwige stifftung zue schär in der Pfarrkirche, da Grafs andreasbegraben ligt, zu troff und heil siner seel, nach der Tauchsäßen niaynung, gut be-dunken und gefallen, angelegt und verwendt werden."

»Item nach dem Ampt Soll allen Armen lernten sovil der by Hannden flut,jettlichem zwar Pfundt Flaisch, für 2 drgl. brott, und ain creutzer umb Gots wil-len geben werden."

»Item Grass Felir soll von stund an nach der Bußs In zwaien monaten, diesenachgenden kilchfert thun, und von dem Wallen oder raysen nit lassen, bis die allvollbracht werden; die ersten gen Jherusalem, die anndcr gen Rom, die dritte genSt. Jakob, die vierden gen Auch. Unter den drey ersten soll er in aigner Persondero aine, und die anndern mit Edelleuten versehen." Da aber obiger Mord durchZwistigkeiten wegen Gerichten und Forstrechten veranlaßt worden zu sein schien, sowird festgesetzt, daß alle Gerichtsbarkeit in der Stadt Scheer, den Dörfern Blo-chingen, Ennentach und der Mühle zn Bitzkofen dem Truchseßen Wilhelm und seinenErben unbestritten angehören. »Es soll och die Irrung, so die benannten v. Wer-denberg gegen Hrn. Wilhelm Truchsaßen, Schwinyetzens halb in Jrem Borst habenund vermainen, das ör wie er bißher gethon hat, nit hetzen soll hiemit absein, undsoll und mag Hr. Wilhelm Truchsaß, sin erben und nachkommen. In benannter

der v. Werdenberg vorst_one Irrung und intrag der von Werdenberg. Deren*)

und Schwur wol hetzen, sahen und darnach straiffen in aller Maßs, wie er dannin sinem aigen Vorst Pflegt ze thun" u. s. w.

Diese Bestimmungen erscheinen für den Gr. Felir hart und schwer, nicht nurin Beziehung auf seine Person, sondern auch in Beziehung auf die bedeutendenKosten und Auslagen. Nach allem scheint Gr. Felir sie auch ganz umgangen zuhaben, wenigstens findet sich nirgends einige Nachricht, daß diese Buße vollzogenworden sei, wozu wohl vieles dazu beigetragen haben dürfte, daß Gr. Felir so wievon, dem Kaiser Mar, so auch von dessen Enkel, Kaiser Karl V. , sehr begünstigt

r) Auffallend ist es, daß im I. 1524 in den Forsten zwischen Sigmaringen und Scheersich nach dieser Urkunde noch Bären aufhielten.

Dieser Anmerkung setzte der hochverehrte und gefeierte Herr von Laßberg zu Eppis-hausen eigenhändig bei:

Zu obiger Anmerkung bemerke ich, daß ich den Mann gekannt habe, der dabei war,als in dem Fürstenbergischen in der Pfarrei Schoppach im Kinziger Thale der letzte Bärgeschossen wurde um 17401744, und daß mein Großvater, Joh. Christoph v. Laßberg,einen Pelz von lauter im Fürstenbergischen geschossenen Luchsen trug.

Joseph v. Laßberg. 1843."