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von 12 Jahren, den er mit seiner Gemahlin Eleonora, Matkgräfin von Mantua,gezeugt hatte. Noch einige ihrer Kinder, Felix, Barbara und Katharina, warenals Kinder gestorben, auch seine obige Frau war todt und von der ganzen Werden-bergischen Familie war er noch der einzige Zweig und eine Tochter, M. Anna,welche seit 1316 mit dem Gr. Friedrich von Fürstenberg verehelicht war. GrafChristof beschloß daher, sich zum zweitenmale, und zwar mit Johanna, einer Gräfinvon Bersol, der Wittwe des Gr. Eitel Fritz von Zollern, zu verehelichen. Den20. August 1526 wurde die Heirathsabrede abgeschlossen, die Trauung zu Straß-burg in Gegenwart des Bischofs Wilhelm daselbst vollzogen. Diese Ehe war nichtmit Kindern gesegnet. So starb Gr. Christof von Werdenberg als der letzte seinesganzen, einstens so viel verzweigten Geschlechts Nachts zwischen 10—11 Uhr den29. Januar 1531 auf dem Schlosse zu Sigmaringen. Gr. Christof wird als eineinfacher, guter, dabei wackerer und thätiger Mann geschildert, der besonders einFeind des damals durch die Spanier, Italiener rc. einreihenden Luxus und der Klei-derpracht war und sich fest, bis zum Eigensinn, auch hierin an die althergebrachtendeutschen Sitten und Tracht hielt. Einen auffallenden Beweis hievon gab Christusauf dem Reichstage zu Augsburg (1530), dem er mit seinem Bruder Felix undTochtermanne, Gr. Friedrich von Fürstenberg, anwohnte. Diese beiden letzteren,als alte Hofherren, kleideten sich in Sammt und Seide und prunkten mit goldenenKetten; Gr. Christof erschien in einem schwarzen Zwilchkittel, den er, um statt-licher aufzuziehen, frisch hatte schwärzen lassen. Vergebens bot sein Bruder undsein Tochkermann alles auf, um ihn zu bereden sich anders zu kleiden. SeineAntwort war: Ich bin ein deutscher Edelmann und dieses ist meine und meinerVoreltern Kleidung. Am Thore des kaiserlichen Pallastcs nahmen die WachenAnstand, den in Zwilch gekleideten Christof einzulassen, da sie aber sahen, daß seinebeiden obigen Begleiter, ihnen als hochgeehrte Räthe des Kaisers bekannt, ihmden Vorrang ließen und mit vieler Achtung behandelten, gestatteten sie dem GrafenChristof den Eintritt, der so vor dem Kaiser Karl V. erschien, „der sich ob Jmeund seiner überall deutschen Manier höchlich verwunderte," noch mehr aber desKaisers spanische und italienische Räthe. Doch war Gr. Christof nicht der einzige,der sich so auffallend einfach kleidete, „auch Gr. Michael von Werthheim erschien inseinem Geißvelz"^).
Da Gr. Christof keine männlichen Erben hinterließ, so erhoben sich von ver-schiedenen Seiten Ansprüche an seine Erbschaft. Vorerst trat sein Tochtermann,Gr. Friedrich von Fürstenberg, auf und verlangte, daß ihm die Erbschaft seines
l) Obige Geschichte ist aus der Zimmerschen Chronik, S. 1400.
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