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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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Herrn Ulrichen, und Herrn Friederichen von dem Riebt Gebrueder, zue Rechtenund getrewen Vögten und Pflegern meiner Khinde, Also daß st) der und alles auß-guetes pflegen, und schirmen sollen nach Ihr trewcn, so sy best mögen, und vonRecht sollen, als lange, biß dieselben meine Khindt, es seyen Söhn oder Döchtern,zue ihr Tagen khommen seind, und wer, daß ich nicht mehr Khindt haben wurde,den allein meine Tochter Mächen (Meta) so soll dieselb mein Dochter mein Guetallain alles Erben, ist aber daß mehr Döchtern nach mier lazse, und nit Söhn, sosollen fy alle miteinander daß Guet gleich Erben. Beschicht auch, daß ich ain odermehr Söhn gewinnen, so soll man der hergehenden meiner ältesten Dochter Mächenvon dem Guet geben Sechshundert Markh Silbers zue Grasten Albrechts Sohn vonWerdenberg, und soll man die andern Döchtern, die ich danach lasse, berathen undrichten, nach meiner und meiner Freunde Rath, so sollen mein Sohn Ihr sey aineroder mehr, ander mein Guet haben und Erben, alß billig und Recht ist. Werauch, daß die vorgenanndt von Ried Jhemand Irren oder bekhranckhen wolt anderselben Pfleg, so han ich sy gehaissen und gebetten, daß Sy nehmen und wählensollen, wenn Sy wellen, die sy darzue schirmen und beholsten sein, daß mein Khindtnuetz und Guet sey. Und darüber zue Urkhundt han ich geben diesen Briefs mitmeinem Jnsigl versiglet. Daß geschah zue Argen, da man zahlt nach Christi GeburtDreyzehenhundert Jahr, darnach in dem andern und zweintzigisten Jahr. An demAchten Tag nach Unser Frauwen Tag, als Sy geboren warbt. (1322. 16. Sept.)

Nr. 14.

Schutzbrief für Vie Barfüßer Mönche in Ueberlingen, von Bertold,Gr. zn Graispach, und Heinrich, Gr. zu Werdenberg, von 133 S.

Wir Berchtold Graf zu Grayspach und Marstetten, genannt von Nyffen,Hoptmann In obern Bayern, Und wir Graf Hainrich v. Werdenberg, LandtvogtIn obern Swaben verjenchen baid offenlich und ainmüteklich an discm Brief, dasmir an Statt unsers allcrgnedigsten Herrn des römischen Kaysers Ludwigs, die er-sinnen und gaistlichen Herren die Barfußen gemainlichen in der Statt UiberlingenIn unnsern Fryd und schirm genommen haben, und sy schirmen sollen und vuchwöllen, wo sy wandelnt In dem Lannd, in den stellen, vor Laycn, vor Pfaffenund vor allem unrechten Gewalt, und nit gestatten sollen noch wöllen, das sy jemanticht beschwüre, weder mit rede, noch noch mit Werken vnbillichen, Als verer wirimer vermögen. Wäre auch das Jemand Sy darüber beswäre mit rede, oder mitwercken, oder In kain versmächt (eine Unbild) erbutt, wa oder an wen wir das

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