Buch 
Paris im Jahre 1836 / [von Friedrich von Kölle]
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nicht leicht seinen Specerei-, Tuch- und Weinhandler, han-delt aber mit ihm aufs allergenaueste.

Die Höflichkeit und Zuvorkommenheit in den Budenist dem Reisenden wohlthuend, und wird bereits vonReisebeschreibern des siebzehnten Jahrhunderts erwähnt.Manche haben durch Wohlfeilheit und Solidität in kurzerZeit sehr große Reichthümer erworben, und wenn sie klugsind, so handeln sie fort, wie der Wurstfabricant Veron,der xauvro äisdlo der Rue Montesquieu und der FSANSz»üil der Rue des Moineaur. In diesen Buden trifft manwohl dreißig Cvmmis und mehr, und alle haben vollaufzu thun.

Uebrigens ist der Pariser noch nicht ganz auf der Höhedes Londners und des Amsterdamers. Der äußere Glanzverblendet ihn noch zu sehr, und die einfachere, aber soli-dere Bude braucht längere Zeit, um aufzutauchen, als dieglänzende.

Die Kinder Israels haben sich seit der Revolutionsehr zahlreich in Paris niedergelassen. Die meisten kamenaus Lothringen und dem Elsaß. Sie bewohnen vorzugs-weise das Quartier um den Temple, dessen schöner und sovielfach merkwürdiger orientalischer Thurm zu NapoleonsZeiten einem Trödelmarkte hat Platz machen müssen.Manche machen sehr ausgebreitete Geschäfte, besonders inSeidenwaaren, viele aber sind arm, und bringen sich küm-merlich mit Trödel, Ankauf in Auctioncn, Handel mitSchleuderwaarcn und Verkauf in wandernden Buden durch.

Sehr viele, Juden sowohl als Christen, geben dieFonds zu einer Bude her, und lassen sich wöchentlichenAbtrag bezahlen, begreiflich im Verhältniß des Wagnisses.