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ganz erhaben grob war, wobei ihm das Gitter, hinter wel-chem er operirte, vortrefflich anstand.
Der Waarenhandel hatte sich sehr sanguinische Hoff-nungen von den Freilagern gemacht, und es fehlte wenig,so hätte man in ihnen den Untergang des schnell aufblü-henden Havre gesehen. Nun stehen sie, musterhaft vonGrignvn erbaut, oben am Canal, und unten an derSeine, und tragen kaum die Kosten, viel weniger die Zinsen.Das strenge Prohibitivsystem Frankreichs ist dem ehrlichenHandel nicht günstig. Man verdient zwar sehr viel inParis, aber die Elementar - Ausgaben sind sehr groß, dieVerluste häufig und bedeutend, die Processe kostspielig, undEbbe und Flntch der Käufer folgen hier sich schneller alsanderwärts. Jeder Monat sah in der besuchten Nue de laPair wenigstens Eine Bude schließen, welche bald voneinem Andern wieder eröffnet wurde. Es ist nicht zubeschreiben, welcher Kniffe sich Manche bedienen, um Käu-fer anzulocken. Eigens bestellte Personen machen Schein-käufe; man kündigt an, daß man 10, ja 25 und 50 Pro-cent unter dem Werthe verkaufe; ja, ein Weinhändlcr er-zählte in den Zeitungen, daß seine feiste, nichts wenigerals schöne Frau, welche er aber als ausgezeichnete Schön-heit pries, von einem jungen reichen Wüstling bei HellemTage genothzüchtigt worden sey. Man denke nun abernicht, daß dieser Kunstgriff gezogen habe, so sehr sind diePariser au dergleichen Dinge gewöhnt. Ich sah sie nachwie vor in ihrer verlassenen Bude, gegenüber der Auencuve Vivienne, mit großer Seelenruhe stricken. DerAusverkäufer hält hier sehr auf bleibende Kundschaften,und gibt denen, welche ihn an Andere empfehlen, bedeu-tende Vortheile. Auch wechselt deßhalb der ächte Pariser